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Haltung zeigen – sicher handeln

Haltung zeigen – sicher handeln

Fortbildung zum Umgang mit rechtsextremen und antisemitischen Codes bei Gedenkstättenfahrten 26.–30. Oktober 2026 Weimar

Wie reagiere ich, wenn Jugendliche an einem Gedenkort relativieren, provozieren oder offen menschenfeindliche Positionen äußern? Was kann ich als pädagogische Fachkraft in solchen Momenten tun – und wo liegen die Grenzen des eigenen Handelns? Und wie lassen sich Gedenkstättenfahrten in nachhaltige demokratiepädagogische Prozesse einbetten?

Diese Fragen stehen im Mittelpunkt unserer fünftägigen Fortbildung in Weimar. Sie richtet sich an Jugendbildner*innen und Multiplikator*innen aus schulischen und außerschulischen Kontexten, die ihre Handlungssicherheit im Umgang mit menschenfeindlichen Äußerungen bei Gedenkstättenfahrten stärken möchten.

Schwerpunkte der Fortbildung

Die Fortbildung verbindet fachlichen Input, interaktive Methoden und praxisnahe Fallarbeit entlang von drei Schwerpunkten: die Reflexion der eigenen pädagogischen Haltung, die Auseinandersetzung mit Chancen und Grenzen des Handelns sowie die Entwicklung konkreter Interventionsstrategien. Gemeinsam mit der Gedenkstätte Buchenwald und weiteren externen Referierenden – beispielsweise aus der Ausstiegsberatung Rechtsextremismus sowie der Demokratie- und Menschenrechtsbildung – setzen wir uns damit auseinander, wie Gedenkstättenbesuche sinnvoll in längerfristige Bildungsprozesse eingebettet werden können.

Programm im Überblick

TagSchwerpunkte
Mo, 26.10.Anreise, Kennenlernen, Einstieg ins Thema
Di, 27.10.Eigene Rolle reflektieren, Handlungsoptionen erarbeiten
Mi, 28.10.Besuch der Gedenkstätte Buchenwald, Fachaustausch
Do, 29.10.Zivilgesellschaftliche Handlungsoptionen, Demokratiearbeit
Fr, 30.10.Transfer-Werkstatt, Abschluss, Abreise

Teilnahmebeitrag

Im Beitrag enthalten sind Unterkunft in Einzelzimmern, Programm sowie Verpflegung ab Montagnachmittag bis Freitagmittag. An- und Abreise tragen die Teilnehmenden selbst.

Reduzierter Beitrag125 €
Standardbeitrag175 €
Institutioneller / solidarischer Beitrag225 €

Ergänzende Online-Vortragsreihe

Die Fortbildung ist inhaltlich mit der Online-Vortragsreihe „Was steckt dahinter?” verzahnt, die ab September 2026 Hintergrundwissen zu Narrativen, Codes und Ideologien vermittelt. Für Teilnehmende der Fortbildung empfehlen wir insbesondere die Vorträge zu Antisemitismus (22.09.) und Die Neue Rechte (29.09.) als inhaltliche Vorbereitung. Alle weiteren Vorträge der Reihe – ab November zu unterschiedlichen Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit – sind ebenfalls offen für Fortbildungsteilnehmende. Beide Formate können jedoch unabhängig voneinander besucht werden.

Anmeldung

Die Anmeldung erfolgt über ein Online-Formular. Neben organisatorischen Angaben fragen wir nach bisherigen Erfahrungen mit Gedenkstättenfahrten und konkreten Herausforderungen aus der pädagogischen Praxis – als Grundlage für die gemeinsame Fallarbeit.

Bei Fragen zur Veranstaltung wenden Sie sich gerne an Emilia Simon simon@ibb-do.de oder info@kjp-gedenkstaettenfahrten.de.

Was steckt dahinter? – Codes, Narrative und Ideologien erkennen und einordnen

Was steckt dahinter? – Codes, Narrative und Ideologien erkennen und einordnen

Online-Vortragsreihe der Zentralstelle zur Förderung von Gedenkstättenfahrten – Herbst 2026

Eine relativierende Bemerkung vor der Gedenkstättentafel, Kleidung als Symbolik, die man einordnen können muss. Oder ein Witz im Gruppenchat auf dem Weg nach Buchenwald, der auf den ersten Blick harmlos klingt – aber keiner ist. Menschenfeindliche Äußerungen bei Gedenkstättenfahrten sind nicht immer laut und eindeutig. Oft sind sie subtil, beiläufig oder bewusst verschlüsselt – und gerade deshalb schwer zu greifen.

Genau hier setzt die Online-Vortragsreihe „Was steckt dahinter?” an. Sie vermittelt Hintergrundwissen zu Ideologien, historischen Wurzeln und aktuellen Ausdrucksformen von Menschenfeindlichkeit – und lädt zugleich dazu ein, die eigene Wahrnehmung und Perspektive zu reflektieren. Beides zusammen bildet die Grundlage für die pädagogische Arbeit vor, während und nach Gedenkstättenfahrten.

Die Reihe richtet sich an Lehrkräfte, Jugendbildnerinnen und Multiplikatorinnen, die Gruppen zu Gedenkstätten begleiten oder auf solche Fahrten vorbereiten. Einzelne Vorträge können unabhängig voneinander besucht werden – eine Teilnahme an der gesamten Reihe ist nicht erforderlich.

Die Termine im Überblick

(jeweils via Zoom, 90–120 Minuten; Vortragstitel sind Arbeitstitel)

DatumThemaReferenz
15.09.2026Vom NS bis heute – Kontinuitäten, Narrative und Codes gruppenbezogener MenschenfeindlichkeitN.N.
22.09.2026Antisemitismus gestern und heute – Ideologie, Verschwörungsnarrative und aktuelle ErscheinungsformenDr. Markus Weiss
29.09.2026Die Neue Rechte – Metapolitik, digitale Räume und aktuelle ErscheinungsformenN.N.
03.11.2026Struktureller Rassismus – Historische Grundlagen und gegenwärtige AusdrucksformenN.N.
10.11.2026Antiziganismus erkennen – Stereotype, Narrative und gesellschaftliche AusgrenzungDr. Arne Schrader
17.11.2026Sexismus und Antifeminismus – Wo reaktionäre Geschlechterbilder auf Rechtsextremismus treffenDr. Juliane Lang
24.11.2026Ausgrenzung durch Normalität – Ableismus in Sprache, Bildung und AlltagN.N.

Jeder Termin verbindet einen Fachvortrag mit Kleingruppenarbeit und einer gemeinsamen Diskussion. Eigene Erfahrungen aus der Begleitung von Gedenkstättenfahrten sind ausdrücklich willkommen.

Kombination mit der Präsenzfortbildung in Buchenwald

Wer darüber hinaus konkrete Handlungsstrategien für den Umgang mit menschenfeindlichen Äußerungen bei Gedenkstättenfahrten erarbeiten möchte, kann die Fortbildung “Haltung zeigen – sicher handeln” in Weimar und der Gedenkstätte Buchenwald (26.–30. Oktober 2026) besuchen. Auch diese kann unabhängig von der Online-Reihe gebucht werden. Für Teilnehmende der Präsenzfortbildung empfehlen wir jedoch die vorherige Teilnahme an den Online-Vorträgen zu Antisemitismus (22.09.) und Die Neue Rechte (29.09.) als inhaltliche Vorbereitung.

Teilnahme und Anmeldung

Die Teilnahme an der Online-Reihe ist kostenfrei. Sie können das Anmeldeformular auch mehrfach ausfüllen. Melden Sie sich gerne frühzeitig an.

Bei Fragen zur Veranstaltung wenden Sie sich gerne an Emilia Simon simon@ibb-do.de oder info@kjp-gedenkstaettenfahrten.de.

1. Austauschtreffen 2026

1. Austauschtreffen 2026

Wir möchten Sie hiermit zu unserem halbjährlichen digitalen Informations- und Austauschtreffen der Zentralstelle für die Förderung von Gedenkstättenfahrten einladen. Das Treffen findet am 4. März 2026 von 10 bis 14 Uhr statt. 

Insbesondere soll es um Vorgaben und Änderungen im Antragsverfahren gehen. Wir möchten die Gruppe teilen: Für neue Antragstellende, die beispielweise bisher über die Bethe-Stiftung gefördert wurden, bieten wir eine allgemeine Einführung in das Antragsverfahren an, für erfahrende Antragstellende einen Überblick zu Neuerungen mit Gelegenheit zum Austausch untereinander.

Zudem planen wir einen kurzen inhaltlichen Impuls zu nachhaltigen Gedenkstättenfahrten. Hierzu haben wir Ende 2025 einen Flyer veröffentlicht, den Sie auf unserer Website finden können.

Geplant ist folgender Programmablauf:

10:00 Uhr       Begrüßung, Organisatorisches, Kennenlernen

10:15 Uhr        Impuls zu nachhaltigen Gedenkstättenfahrten und allgemeiner Austausch in Kleingruppen

11:30 Uhr        Einführung zu den Pauschalen und Prämien für Nachbereitung, Dokumentation und Öffentlichkeitsarbeit

12:00 Uhr       Mittagspause

12:45 Uhr       Vorgaben und Änderungen im Antragsverfahren in zwei Gruppen:

  • Einführung in das Antragsverfahren
  • Neuerungen und Austausch

13:45 Uhr       gemeinsamer Abschluss und Feedback

Die Veranstaltung wird wieder über Zoom stattfinden. Den Link mit den Einwahldaten senden wir Ihnen vor der Veranstaltung zu.  Wir freuen uns über eine rege Teilnahme. Bitte melden Sie sich bis zum 27. Februar 2025 über diesen Link an:


Fachtagung: “Wie sprechen? Wie erinnern?”

Fachtagung: “Wie sprechen? Wie erinnern?”

Multiperspektivische Herangehensweisen für Gedenkstättenfahrten und die Auseinandersetzung mit NS-Verbrechen im Dialog mit postmigrantischen und muslimischen Akteur*innen

Mit dem Ziel, gesellschaftliche Multiperspektivität in der erinnerungspädagogischen Arbeit zu fördern, laden wir interessierte Multiplikator*innen zu einer Fachtagung am 2. und 3. Dezember nach Duisburg ein.

Die Zusammensetzung der Teilnehmenden an Gedenkstättenfahrten spiegelt die zunehmende Diversität der Migrationsgesellschaft in Deutschland wider. Angesichts der zunehmenden rassistischen Vorfälle und Verbrechen in unserer Gesellschaft haben junge Menschen den Bedarf, bei Gedenkstättenfahrten offen über Gegenwartsbezüge zu sprechen und zu diskutieren, wie die Forderung “Nie wieder ist jetzt” konkret umgesetzt werden kann. Dadurch entstehen besondere Anforderungen an die pädagogischen Begleitpersonen der Jugendlichen bei diesen Fahrten.

Die Tagung wird gefördert aus Mitteln des Kinder- und Jugendplans des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ), und ist eine Kooperationsveranstaltung des Internationalen Bildungs- und Begegnungswerks gGmbH, der Muslimischen Akademie Heidelberg, der Evangelischen Trägergruppe für gesellschaftspolitische Jugendbildung und des Zentrums für Erinnerungskultur Duisburg. Sie richtet sich an wissenschaftliche und pädagogische Mitarbeitende von Gedenkstätten, Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte von Schulen sowie Mitarbeitende von Trägern der politischen Jugendbildung mit postmigrantischem und muslimischem Selbstverständnis.

Die Anmeldung ist ab sofort geöffnet und ist möglich bis zum 30. September. Bitte folgen Sie diesem Link, um zum Anmeldeformular zu gelangen.

Teilnahmebeitrag*:

  • ab 30€ – Standard
  • ab 15€ – reduziert
  • ab 45€ – Soli/Institution

*Mindestbeitrag für die Teilnahme ohne Übernachtung; bei Übernachtung vor Ort fallen die Sätze höher aus; Verpflegung inbegriffen

Die Anzahl der Plätze ist begrenzt. Alle Interessierten erhalten Anfang Oktober eine Rückmeldung, ob sie einen Teilnahmeplatz bekommen haben.

Wir freuen uns, wenn wir Sie als Teilnehmer*in bei der Tagung begrüßen dürfen!

Hier finden Sie detailliertere Infos zum Programm:

Programmübersicht Fachtagung Tag 1

12:00-12:45 UhrAnkommen und informelles Netzwerken bei einem Mittagsimbiss
12:45-13:30 Uhr [Achtung: geändert!]Eröffnung und Kennenlernen
13:30-14:00 UhrImpulsvortrag (auf Englisch)
Prof. Dr. Esra Özyürek
University of Cambridge, Sultan Qaboos Professor of Abrahamic Faiths and Shared Values
14:15-15:30 UhrPodiumsdiskussion mit
Prof. Dr. Esra Özyürek
University of Cambridge, Sultan Qaboos Professor of Abrahamic Faiths and Shared Values
Prof. (em.) Dr. Wolfgang Benz
TU Berlin, Ehemaliger Leiter des Zentrums für Antisemitismusforschung
Prof. Dr. Jens-Christian Wagner
Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora und Professor für Geschichte in Medien und Öffentlichkeit an der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Dr. Imen Ben Temelliste
Muslimische Akademie Heidelberg, Projektleiterin für Antisemitismuskritische Bildungsarbeit in der (Post)Migrationsgesellschaft
15:45-17:15 UhrWahl-Workshops
1: Traumasensibles Arbeiten im Kontext von Gedenkstättenfahrten nach dem
Healing-Classrooms-Ansatz

Marlies Knoops und Nina Alerić (International Rescue Committee)
2: „Warum Täter sein, wenn man Opfer sein kann?“ Ambivalenzen moderner Erinnerungskultur zwischen Identifikation, Verantwortung und Leerstellen
Furkan Yüksel und Kiril Denisov (Referenten in der historisch politischen Bildungsarbeit)
3: Themenkomplex Palästina–Israel
Lili Zahavi und Nadine Migesel
(Projekt Trialoge, Gesellschaft im Wandel gGmbH)
17:30-18:00 UhrAbschluss des ersten Tages
18:00-19:00 UhrZeit für Check-In im Hotel
ab 19:00 UhrGemeinsames Abendessen

Programmübersicht Fachtagung Tag 2

09:00-12:30 UhrRassismus- und kolonialismuskritische Perspektiven auf die Erinnerungsarbeit
Input & Diskussion im Zentrum für Erinnerungskultur: Ausstellung „ÜBERSEeHEN“, Webdokumentation „Ein Anderes Duisburg“, Gedenkstättenfahrten lokalhistorisch einbetten
12:30-14:00 UhrMittagspause
14:00-17:00 Uhr (inkl. Kaffeepause)Diskussion, Transfer, Abschluss
ab 17:00 UhrAbreise der Teilnehmenden

Den Bericht zur Veranstaltung finden Sie hier.



In unserem Veranstaltungskalender erfahren Sie mehr über die kommenden Veranstaltungen der Zentralstelle.


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