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Fachtagung: Wie sprechen? Wie erinnern?

Fachtagung: “Wie sprechen? Wie erinnern?” 2./3.12. in Duisburg

Fachtagung zu multiperspektivischer Erinnerungsarbeit in Duisburg in Kooperation mit der Muslimischen Akademie Heidelberg, der Evangelischen Trägergruppe für gesellschaftspolitische Jugendbildung (et) und dem Zentrum für Erinnerungskultur (ZfE) in Duisburg

Wie sprechen wir über Gegenwartsbezüge bei Gedenkstättenfahrten? Wie praktizieren wir das „Erinnern“ in einer zunehmend postmigrantisch geprägten Gesellschaft? Diesen und vielen anderen Fragen stellten wir uns in unserer Fachtagung „Wie sprechen? Wie erinnern? die am 2. und 3. Dezember 2025 in Duisburg stattfand.

Die Tagung richtete sich an wissenschaftliche und pädagogische Mitarbeitende von Gedenkstätten, Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte von Schulen sowie Mitarbeitende von Trägern der politischen Jugendbildung mit postmigrantischem und muslimischem Selbstverständnis. Über 50 Teilnehmende tauschten sich in den Räumen des Internationalen Zentrums der Stadt Duisburg (IZ) und im Zentrum für Erinnerungskultur (Stadtarchiv Duisburg) über die Chancen und Herausforderungen aus, Gedenkstättenfahrten multiperspektivisch, dialogorientiert und rassismuskritisch zu gestalten. Ziel der Fachtagung war, dass Teilnehmende Einblicke in die Perspektiven muslimischer und postmigrantischer Akteur*innen gewinnen und erfahren, wie Sprache, Begriffe und Erzählweisen den Blick auf die NS-Verbrechen und die Gegenwart wechselseitig prägen.

Moderator*innen der Veranstaltung: Jakob Rosenow von der et und Susanne Becker von der IBB gGmbH
Links: Jakob Rosenow (et), rechts: Susanne Becker (IBB gGmbH)

Moderiert wurden beide Tage von Susanne Becker (Internationales Bildungs- und Begegnungswerk, IBB gGmbH) und Jakob Rosenow (et).

Tag 1: Erinnerungskultur und Ausschlüsse – Impulse zum Auftakt

Nach der Begrüßung durch Schewa van Uden (IZ), Jann-Knut Büttner (BMBFSFJ) und Dr. Astrid Sahm (IBB gGmbH) eröffnete Prof. Dr. Esra Özyürek (University of Cambridge), die live dazugeschaltet wurde, die Tagung mit ihrem Impulsvortrag „Stellvertreter der Schuld“. Sie kritisierte, dass die deutsche Holocaust-Erinnerungskultur Menschen, die nicht als ethnisch deutsch wahrgenommen werden, lange ausgeschlossen habe.

„Bis in die 2000er Jahre hinein galten Menschen mit muslimischem Hintergrund in der Holocaust-Bildung schlicht als irrelevant“, so Özyürek. Besondere Programme für „Muslime“ seien problematisch, da sie diese pauschal markieren und unter Generalverdacht stellten. Gleichzeitig machte sie deutlich, dass viele muslimische Jugendliche historische Gewalt sehr wohl verstünden – jedoch aus ihrer eigenen Gegenwart heraus: „Wenn Menschen empathisch sind, dann immer von dem Ort aus, an dem sie stehen. Für viele gilt: Was damals passiert ist, passiert mir heute.“

Podiumsdiskussion: Zwischen Dialog, Verantwortung und Sprachlosigkeit

In der anschließenden Podiumsdiskussion – moderiert von Neta-Paulina Wagner (Deutsches Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung, DeZIM) – diskutierten Prof. Dr. Esra Özyürek, Prof. Dr. Wolfgang Benz (ehemaliger Leiter des Zentrums für Antisemitismusforschung, TU Berlin) Prof. Dr. Jens-Christian Wagner (Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora) und Dr. Imen Ben Temelliste (Muslimische Akademie Heidelberg) zentrale Herausforderungen aktueller Gedenkstättenpädagogik.

Auf der Bühne v.l.n.r.: Jens-Christian Wagner, Imen Ben Temelliste, Esra Özyürek (auf der Leinwand), Wolfgang Benz, Neta-Paulina Wagner
V.l.n.r.: Jens-Christian Wagner, Imen Ben Temelliste, Esra Özyürek (auf der Leinwand), Wolfgang Benz, Neta-Paulina Wagner

Imen Ben Temelliste machte auf die unterschwelligen Erwartungen und den Generalverdacht gegenüber muslimischen Jugendlichen aufmerksam: „Viele Jugendliche müssen sich ständig distanzieren. Sie werden nicht als Lernende, sondern automatisch als potenzielle Täter gelesen – das erschwert Gespräche auf Augenhöhe.“

Jens-Christian Wagner betonte die Bedeutung einer klaren historischen Einordnung bei gleichzeitiger Offenheit für Vergleiche: „Was wir nicht tun dürfen, ist gleichsetzen. Vergleichen müssen wir jedoch. Sonst bleibt Geschichte folgenlos.“

Als zentrale Herausforderung benannte er den zunehmenden Geschichtsrevisionismus, insbesondere im Kontext aktueller politischer Debatten. Wolfgang Benz rückte die Rolle der Mehrheitsgesellschaft in den Fokus: „‚Nie wieder‘ höre ich seit 1000 Jahren.“ Entscheidend ist nicht der Vergleich von Opfergruppen, sondern das Verhalten der Mehrheit gegenüber Minderheiten.

Gleichzeitig wurde eine zunehmende Sprachlosigkeit und Polarisierung in öffentlichen Debatten konstatiert. Diskussionen seien „entgleist“, ein echter Dialog finde kaum noch statt.

Gemeinsames Erinnern neu denken

In der Diskussion wurde deutlich, dass es weniger um ein ritualisiertes „Erinnern“ als um eine kritische Auseinandersetzung mit Geschichte gehen müsse, bei der sich der Staat aus der Deutung heraushalten müsse. Jens-Christian Wagner plädierte dafür, den Begriff des Erinnerns zu hinterfragen, Wolfgang Benz forderte, „die Dinge beim Namen zu nennen“, und Imne Ben Temelliste betonte die Notwendigkeit, muslimische Perspektiven nicht nur einzubinden, sondern aktiv mitgestalten zu lassen. Esra Özyürek machte deutlich: „Solange muslimische Menschen marginalisiert werden, werden sie sich selbst als Opfer wahrnehmen. Die Perspektive muss sich in der Mehrheitsgesellschaft ändern.“

Workshops: Praxis, Emotionen und Ambivalenzen

Am Nachmittag arbeiteten die Teilnehmenden in drei parallelen Workshops weiter.
Der Workshop zu traumasensiblem Arbeiten, unter der Leitung von Kristina Kelch und Nina Alerić, stellte den Healing-Classrooms-Ansatz des International Rescue Commitees vor und zeigte, wie ein sicheres Lernumfeld, klare Strukturen und emotionale Stabilisierung zentrale Voraussetzungen für gelingende Bildungsarbeit sind. Die Teilnehmenden nahmen mit, dass Emotionen in dem Diskurs berücksichtigt, aber auch reflektiert werden müssen.

Im Workshop „Warum Täter sein, wenn man Opfer sein kann?“ mit den freien Bildungsreferenten Furkan Yüksel und Kiril Denisow wurden Ambivalenzen moderner Erinnerungskultur diskutiert, etwa die Universalisierung von „Nie wieder“ oder die Frage, wann Kontinuitäten zur problematischen Gleichsetzung werden. Wichtig sei dabei die Berücksichtigung von transnationalen Verflechtungen und Bezügen.

Der Workshop zum Themenkomplex Palästina–Israel mit Lili Zahavi und Nadine Migesel, Patinnen des Projekts Trialoge der Gesellschaft im Wandel GmbH setzte auf biografische Zugänge, Selbstreflexion und dialogische Methoden. Ziel war es, die eigene „Brille“ zu erkennen, Narrative zu hinterfragen und einen respektvollen Umgang mit kontroversen Perspektiven einzuüben. Die biografischen Inputs wurden dabei als sehr wertvoll erachtet.

Tag 2: Lokale Perspektiven und Transfer

Der zweite Tag begann im Zentrum für Erinnerungskultur Duisburg mit einer Begrüßung durch Dr. Andreas Pilger (ZfE) und einem Rückblick auf die Workshops. Viele Teilnehmende berichteten, sich zu Methoden ausgetauscht zu haben und Erinnerungskultur statt als Floskel, als konkreten pädagogischen Ansatz zu begreifen.

Ali Şirin vom ZfE hält einen Vortrag
Ortswechsel am zweiten Tag: Die Teilnehmenden nehmen lernen die Bildungsangebote des ZfE kennen

In seinem Vortrag „Ein anderes Duisburg – migrantische Erinnerungskultur“ stellte Ali Şirin (ZfE) Projekte vor, die migrantische Perspektiven sichtbar machen und lokale Erinnerung erweitern.

Es folgten Einblicke in die Sonderausstellung „ÜBERSEeHEN – Auf (post)kolonialer Spurensuche in Duisburg“ sowie Ansätze zur lokalhistorischen Vorbereitung von Gedenkstättenfahrten. Durch biografische Bezüge aus dem eigenen Stadtteil können Verfolgte als Menschen mit Geschichte sichtbar werden – nicht nur als abstrakte Opfer.

Auf dem Boden liegen verschiedene historische Quellen verstreut: Zeitungsartikel, Fotos und weitere biographische Quellen.
Die Teilnehmenden setzen sich mit Biographien von verfolgten Menschen in Duisburg während der NS-Zeit auseinander.

Konzeption, Austausch und Abschluss

Nach der Mittagspause entwickelten die Teilnehmenden in Kleingruppen eigene Konzepte für Gedenkstättenfahrten entlang der Leitfrage „Wie sprechen? Wie erinnern?“. Anlass, Herausforderungen, Chancen, Zielgruppen, Lebensweltbezüge sowie Lernziele und Methoden wurden gemeinsam reflektiert und in einem Gallery Walk präsentiert.

In der abschließenden Auswertung wurde die Tagung nahezu durchweg als inspirierend, motivierend und lehrreich beschrieben. Besonders hervorgehoben wurden die emotionale Tiefe einiger Workshops, der fachliche Austausch und die neu geknüpften Kontakte. Als gelungen empfanden die Teilnehmenden zudem die bei der Veranstaltung vorherrschende Gesprächsatmosphäre des „hermeneutischen Wohlwollens“.

Kritisch angemerkt wurde jedoch, dass postmigrantische und muslimische Akteur*innen zahlenmäßig unterrepräsentiert waren und ein echter Dialog dadurch nur eingeschränkt möglich war.

Zwei Teilnehmende stehen an der Pinnwand und betrachten ein Ergebnis aus dem Workshop: Eine Gedenkstättenfahrt nach Buchenwald
Teilnehmende erarbeiteten Konzepte für Gedenkstättenfahrten, die bei einem Gallery Walk gesichtet werden konnten

Fazit

Die Fachtagung machte deutlich, dass eine zukunftsfähige Erinnerungsarbeit kritisch, dialogisch und multiperspektivisch gedacht werden muss. Sie lieferte wichtige Impulse für eine Gedenkstättenpädagogik, die historische Verantwortung ernst nimmt und zugleich die Erfahrungen einer vielfältigen Gesellschaft einbezieht.


Weiterführende Materialien



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2. Austauschtreffen 2025

2. Austauschtreffen 2025 – Bericht

Zweites halbjährliches Austausch- und Vernetzungstreffen der Zentralstelle für die Förderung von Gedenkstättenfahrten im Oktober 2025

Am 1. Oktober 2025 fand das zweite halbjährliche digitale Austauschtreffen der Zentralstelle für die Förderung von Gedenkstättenfahrten statt. Rund 40 Teilnehmende aus unterschiedlichen Organisationen und Bundesländern nahmen teil, um sich über Herausforderungen und Erfahrungen aus der Praxis bei Gedenkstättenfahrten auszutauschen. Außerdem informierte die Zentralstelle über Neuerungen im Antragsverfahren für das Förderjahr 2026. Das Austauschtreffen richtet sich halbjährlich an alle, die Gedenkstättenfahrten durchführen oder planen und diese im Rahmen des Kinder- und Jugendplans (KJP) bereits fördern lassen oder Interesse an einer Förderung haben.

Wichtige Neuerungen im Förderverfahren 2026

Ein Schwerpunkt des Austauschtreffens lag auf den Perspektiven der Finanzierung ab 2026. Hier haben wir die wichtigsten Änderungen im Antragsverfahren zusammengefasst:

  • Aufgrund des erhöhten Antragsaufkommens wird die Antragsfrist für 2026 von zehn auf zwölf Wochen vor Fahrtbeginn erhöht. Bitte reichen Sie Ihre Anträge 2026 mindestens zwölf Wochen vor Beginn der Fahrten per E-Mail an dokumente@kjp-gedenkstaettenfahrten.de ein. Der Antrag muss als bearbeitbares PDF zugeschickt werden, nicht als Scan. Die erste Seite des unterschriebenen Antrages muss ab dem Förderjahr 2026 nicht mehr postalisch zugeschickt werden.
  • Für das Förderjahr 2026 wird es ein neues Antragsformular geben. Dieses Formular wird voraussichtlich erst im Laufe des Oktobers auf unserer Website veröffentlicht. Bitte warten Sie, wenn möglich, mit der Antragstellung für 2026, bis das neue Antragsformular verfügbar ist.

Austausch in Kleingruppen

Im zweiten Teil des Treffens wurden in Kleingruppen vier Leitfragen diskutiert. Die Teilnehmenden trugen ihre Erfahrungen und Anliegen auf einem Padlet zusammen, welches Ihnen hier zur Verfügung steht.

Wie gestaltet sich die Planung für 2026 (und 2027)?

Viele Teilnehmende befinden sich aktuell in der Planung für 2026. Deutlich wurde, dass die langfristige Terminplanung und die frühzeitigen Absprachen mit Gedenkstätten herausfordernd bleiben – insbesondere angesichts begrenzter Kapazitäten an den Gedenkorten und gleichzeitig wachsender Nachfrage. Auch die Unsicherheit bei der Finanzierung erschwert frühzeitige Planungen.

Was waren und sind zurzeit die größten Herausforderungen?

Als größte Herausforderungen bei der Durchführung von Gedenkstättenfahrten nannten die Teilnehmenden vor allem die unsichere Finanzierung, steigende Kosten sowie die Notwendigkeit zusätzlicher Drittmittel. Viele Träger müssen Fahrten unter Vorbehalt planen, da Förderzusagen oft noch ausstehen. Zudem thematisierten sie den hohen Zeitdruck bei Gedenkstättenbesuchen – mehrere Programmpunkte müssen oft an einem Tag stattfinden. Auch sinkende Anmeldezahlen und Verbindlichkeit durch die Teilnehmenden stellen vereinzelt ein Problem dar.

Zu welchen Themen und in welchen Formaten wünschen Sie sich Fortbildungsmöglichkeiten?

Bei den Fortbildungswünschen äußerten die Teilnehmenden einen besonderen Bedarf an praxisnahen Angeboten – vor allem zu Methoden der Vor- und Nachbereitung, zur Gestaltung inklusiver Gedenkstättenfahrten und zum Umgang mit bildungsbenachteiligten Zielgruppen. Auch besteht ein Bedarf an der Behandlung von Themen wie Rechtsextremismus und Antisemitismus, etwa in sozialen Medien, sowie neue Anforderungen an die Gedenkstättenpädagogik in der Migrationsgesellschaft. Teilnehmende wünschen sich zudem Formate, die den Austausch über erfolgreiche Fahrten ermöglichen, regionale Netzwerke zu stärken und Materialien für die Praxis, wie z.B. ein Methodenheft für Einstiegsseminare.

Gab es bei Ihren Fahrten bereits Erfahrungen mit rechtsextremen oder antisemitischen Äußerungen und was wünschen Sie sich bezüglich dessen von uns?

Von direkte Vorfällen rechtsextremer oder antisemitischer Äußerungen berichteten die Teilnehmenden nur vereinzelt, jedoch besteht ein zunehmender Bedarf, auf solche Situationen vorbereitet zu sein. Als besonders herausfordernd wurden aktuelle politische Debatten im Kontext von Begegnungen mit israelischen Gästen – etwa in Oświęcim – beschrieben. Teilnehmende gaben den Wunsch nach klaren Anlaufstellen, Leitlinien und Fortbildungen zum Umgang mit rechtsextremen oder antisemitischen Äußerungen, auch im präventiven Bereich, z. B. über Schutzkonzepte an Schulen, an. Die Bedeutung einer intensiven Vor- und Nachbereitung mit den Jugendlichen wurde mehrfach betont.

Wir bedanken uns bei allen Teilnehmenden für den gemeinsamen Austausch und freuen uns auf das nächste Treffen!

Das nächste Austauschtreffen findet voraussichtlich im Frühjahr 2026 statt.


Das Padlet mit allen gesammelten Antworten finden Sie hier.

Die PowerPoint mit Informationen zum Antragsverfahren finden Sie hier.


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Fachtagung: “Wie sprechen? Wie erinnern?”

Fachtagung: “Wie sprechen? Wie erinnern?”

Multiperspektivische Herangehensweisen für Gedenkstättenfahrten und die Auseinandersetzung mit NS-Verbrechen im Dialog mit postmigrantischen und muslimischen Akteur*innen

Mit dem Ziel, gesellschaftliche Multiperspektivität in der erinnerungspädagogischen Arbeit zu fördern, laden wir interessierte Multiplikator*innen zu einer Fachtagung am 2. und 3. Dezember nach Duisburg ein.

Die Zusammensetzung der Teilnehmenden an Gedenkstättenfahrten spiegelt die zunehmende Diversität der Migrationsgesellschaft in Deutschland wider. Angesichts der zunehmenden rassistischen Vorfälle und Verbrechen in unserer Gesellschaft haben junge Menschen den Bedarf, bei Gedenkstättenfahrten offen über Gegenwartsbezüge zu sprechen und zu diskutieren, wie die Forderung “Nie wieder ist jetzt” konkret umgesetzt werden kann. Dadurch entstehen besondere Anforderungen an die pädagogischen Begleitpersonen der Jugendlichen bei diesen Fahrten.

Die Tagung wird gefördert aus Mitteln des Kinder- und Jugendplans des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ), und ist eine Kooperationsveranstaltung des Internationalen Bildungs- und Begegnungswerks gGmbH, der Muslimischen Akademie Heidelberg, der Evangelischen Trägergruppe für gesellschaftspolitische Jugendbildung und des Zentrums für Erinnerungskultur Duisburg. Sie richtet sich an wissenschaftliche und pädagogische Mitarbeitende von Gedenkstätten, Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte von Schulen sowie Mitarbeitende von Trägern der politischen Jugendbildung mit postmigrantischem und muslimischem Selbstverständnis.

Die Anmeldung ist ab sofort geöffnet und ist möglich bis zum 30. September. Bitte folgen Sie diesem Link, um zum Anmeldeformular zu gelangen.

Teilnahmebeitrag*:

  • ab 30€ – Standard
  • ab 15€ – reduziert
  • ab 45€ – Soli/Institution

*Mindestbeitrag für die Teilnahme ohne Übernachtung; bei Übernachtung vor Ort fallen die Sätze höher aus; Verpflegung inbegriffen

Die Anzahl der Plätze ist begrenzt. Alle Interessierten erhalten Anfang Oktober eine Rückmeldung, ob sie einen Teilnahmeplatz bekommen haben.

Wir freuen uns, wenn wir Sie als Teilnehmer*in bei der Tagung begrüßen dürfen!

Hier finden Sie detailliertere Infos zum Programm:

Programmübersicht Fachtagung Tag 1

12:00-12:45 UhrAnkommen und informelles Netzwerken bei einem Mittagsimbiss
12:45-13:30 Uhr [Achtung: geändert!]Eröffnung und Kennenlernen
13:30-14:00 UhrImpulsvortrag (auf Englisch)
Prof. Dr. Esra Özyürek
University of Cambridge, Sultan Qaboos Professor of Abrahamic Faiths and Shared Values
14:15-15:30 UhrPodiumsdiskussion mit
Prof. Dr. Esra Özyürek
University of Cambridge, Sultan Qaboos Professor of Abrahamic Faiths and Shared Values
Prof. (em.) Dr. Wolfgang Benz
TU Berlin, Ehemaliger Leiter des Zentrums für Antisemitismusforschung
Prof. Dr. Jens-Christian Wagner
Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora und Professor für Geschichte in Medien und Öffentlichkeit an der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Dr. Imen Ben Temelliste
Muslimische Akademie Heidelberg, Projektleiterin für Antisemitismuskritische Bildungsarbeit in der (Post)Migrationsgesellschaft
15:45-17:15 UhrWahl-Workshops
1: Traumasensibles Arbeiten im Kontext von Gedenkstättenfahrten nach dem
Healing-Classrooms-Ansatz

Marlies Knoops und Nina Alerić (International Rescue Committee)
2: „Warum Täter sein, wenn man Opfer sein kann?“ Ambivalenzen moderner Erinnerungskultur zwischen Identifikation, Verantwortung und Leerstellen
Furkan Yüksel und Kiril Denisov (Referenten in der historisch politischen Bildungsarbeit)
3: Themenkomplex Palästina–Israel
Lili Zahavi und Nadine Migesel
(Projekt Trialoge, Gesellschaft im Wandel gGmbH)
17:30-18:00 UhrAbschluss des ersten Tages
18:00-19:00 UhrZeit für Check-In im Hotel
ab 19:00 UhrGemeinsames Abendessen

Programmübersicht Fachtagung Tag 2

09:00-12:30 UhrRassismus- und kolonialismuskritische Perspektiven auf die Erinnerungsarbeit
Input & Diskussion im Zentrum für Erinnerungskultur: Ausstellung „ÜBERSEeHEN“, Webdokumentation „Ein Anderes Duisburg“, Gedenkstättenfahrten lokalhistorisch einbetten
12:30-14:00 UhrMittagspause
14:00-17:00 Uhr (inkl. Kaffeepause)Diskussion, Transfer, Abschluss
ab 17:00 UhrAbreise der Teilnehmenden

Den Bericht zur Veranstaltung finden Sie hier.



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1. Austauschtreffen 2025

1. Austauschtreffen 2025 – Bericht

Erstes halbjährliches Austausch- und Vernetzungstreffen der Zentralstelle für die Förderung von Gedenkstättenfahrten im März 2024

Am 31. März 2025 fand erneut das halbjährliche digitale Austauschtreffen der Zentralstelle für die Förderung von Gedenkstättenfahrten statt. Über 30 Teilnehmende aus ganz Deutschland kamen zusammen, um aktuelle Herausforderungen und zukünftige Planungen zu besprechen.

Zu Beginn stand ein thematischer Impuls zu kreativen Methoden in der Gedenkstättenarbeit im Fokus. Zu Gast waren Dunja Müller, die als Referentin für Schulentwicklung und Evaluation im Katholischen Schulwerk in Bayern arbeitet, sowie Christian Landgraf, Mitarbeiter der Bildungsabteilung der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg. Die beiden stellten die Gedenkstättenfahrt „Erinnerung bewegt“ vor, die im Herbst 2024 in die KZ-Gedenkstätte Flossenbürg stattfand. Die Fahrt thematisierte verstärkt die Funktionen von Kunst im Konzentrationslager sowie bewegungspädagogische Methoden. Gemeinsam mit dem Tanzpädagogen Alan Brooks näherte sich die Gruppe achtsam dem Thema.

Im Anschluss beantworteten die Referierenden Fragen aus dem Plenum – insbesondere zu den Methoden, inklusiven Ansätzen der Tanzpädagogik und der Auswahl der Teilnehmenden.

Es folgte die Austauschrunde in Kleingruppen von je fünf Personen. In einem Padlet sammelten wir gemeinsam mit den Teilnehmenden Antworten und Anregungen zu folgenden Impulsfragen

  • Wie gestaltet sich die Planung für 2025 und 2026?
  • Was waren und sind zurzeit die größten Herausforderungen?
  • Zu welchen Themen wünschen Sie sich Möglichkeiten zur Fortbildung und zum Austausch?

Ein zentrales Anliegen der Teilnehmenden war die Finanzierung von Gedenkstättenfahrten. Zu den aktuellen Herausforderungen zählen nach wie vor die stetig steigenden Kosten, die schon lange nicht mehr von den unveränderten Sätzen des Kinder- und Jugendplans (KJP) gedeckt werden können. Die Kostensteigerungen müssen durch Drittmittel aufgefangen oder als Teilnahmebeitrag an die Teilnehmenden weitergegeben werden, was Gedenkstättenfahrten immer mehr zu einem Privileg für Kinder wohlhabender Familien macht. Mit einer Anpassung der Fördersätze des KJP ist aktuell noch nicht zu rechnen.

Einen größeren Gesprächsanteil nahm die Frage zur Rollenverteilung zwischen außerschulischen Teamenden und Lehrkräften ein. Die Teilnehmenden teilten ihre Erfahrungen zur Zusammenarbeit mit Lehrkräften und diskutierten, wie die Arbeitsaufteilung gut gelingen kann. Um den „außerschulischen Charakter“ der Fahrt zu bewahren, übernehmen in der Regel die Teamenden die pädagogischen, inhaltlichen und organisatorischen Aufgaben vor Ort, während die Lehrkräfte Verantwortung für die Aufsichtspflicht tragen.

Des Weiteren wurden konkrete Tipps zu Buchungen in den KZ-Gedenkstätten Auschwitz-Birkenau und Buchenwald ausgetauscht. Außerdem wurde der Wunsch nach einer Fortbildung zu Methoden für Vorbereitungstreffen für Gedenkstättenfahrten geäußert.

Wir bedanken uns bei allen Teilnehmenden für den gemeinsamen Austausch und freuen uns auf das nächste Treffen!

Das nächste Austauschtreffen findet voraussichtlich im Herbst 2025 statt.


Das Padlet mit allen gesammelten Antworten finden Sie hier.

Die PowerPoint mit Informationen zum Antragsverfahren finden Sie hier.


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Fortbildung: “Interaktiv – reflexiv – kreativ”

Fortbildung: “Interaktiv – reflexiv – kreativ”

Neue methodische Impulse für die Erinnerungsarbeit am Beispiel der KZ-Gedenkstätten Mauthausen und Gusen

Wir freuen uns über das große Interesse an dieser Fortbildung! Bitte beachten Sie, dass wir deshalb mittlerweile eine Warteliste führen und eingehende Anmeldungen nicht mehr direkt für eine Teilnahme berücksichtigen können.

Die Nachfrage nach einer methodischen Erweiterung in der Gedenkstättenarbeit ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Dahinter steht der Wunsch, Lernzugänge für Jugendliche zu eröffnen, die über die kognitive Ebene hinausgehen und eine emotionale und kreative Auseinandersetzung mit dem Thema fördern. Mittels innovativer Formate können pädagogische Fachkräfte das Interesse der Jugendlichen an historischer Erinnerung stärken und inklusivere Lernmöglichkeiten schaffen, die jungen Menschen mit unterschiedlichen Kenntnisständen und Begabungen die Teilhabe an Gedenkstättenfahrten erleichtern. 

Die Fortbildung in Linz und den KZ-Gedenkstätten Mauthausen und Gusen bietet den Teilnehmenden die Möglichkeit, sich zu interaktiven, kreativen und teilnehmendenorientierten Methoden am Beispiel der Vermittlungsansätze der beiden KZ-Gedenkorte weiterzubilden. Gleichzeitig lernen die Teilnehmenden die KZ-Gedenkstätte Mauthausen mit dem Gedenkort am ehemaligen Außenlager Gusen als mögliches Ziel für eigene Gedenkstättenfahrten kennen. 

Programm 

Die Fortbildung beginnt am Sonntag, 12.10.2025 ab 18:30 Uhr mit einem optionalen gemeinsamen Abendessen und informellen Kennenlernen in Linz, und endet am Freitag, 17.10.2025 um 11:00 Uhr ebenfalls in Linz. Eine Übersicht über die thematischen Schwerpunkte der Programmtage finden Sie hier.

Teilnahme 

Dank einer Förderung durch den Kinder- und Jugendplan des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend können wir die Fortbildung zu einem geringfügigen Teilnehmendenbeitrag anbieten.  

100,00 € – Standardbeitrag für Privatzahler:innen

50,00 € – reduzierter Beitrag für Menschen mit geringen finanziellen Ressourcen 

150,00 € – institutioneller Beitrag (Übernahme durch den Arbeitgeber oder eine andere Organisation) oder als Förderbeitrag zur Unterstützung von Teilnehmenden mit geringen finanziellen Ressourcen

Unterkunft: Hotel Sommerhaus Linz  

Die Teilnehmendenzahl ist auf 22 Personen beschränkt. 

Die Fortbildung ist eine Kooperation zwischen IBB gGmbH und den KZ-Gedenkstätten Mauthausen und Gusen. 

Fragen können Sie gerne an info@kjp-gedenkstaettenfahrten.de richten. 

Es gelten die Teilnahmebedingungen der Zentralstelle zur Förderung von Gedenkstättenfahrten bei der IBB gGmbH. 

Im Sinne der Fairness gegenüber anderen Interessierten bzw. Teilnehmenden möchten wir Sie bitten, sich nur dann anzumelden, wenn Sie eine Teilnahme im gesamten Zeitraum einrichten können.  

Wir freuen uns auf Ihre Anmeldung! 

    Persönliche Angaben

    Vorname (Pflichtfeld)

    Nachname (Pflichtfeld)

    Pronomen/Anrede (Pflichtfeld)

    E-Mail-Adresse (Pflichtfeld)

    Organisation (Bildungsträger, Schule etc.) (Pflichtfeld)


    Übernimmt die o.g. Organisation Ihren Teilnehmendenbeitrag? Das ist wichtig für die korrekte Rechnungslegung. (Pflichtfeld)

    janein

    Rechnungsadresse: Straße und Hausnummer (Pflichtfeld)

    Rechnungsadresse: PLZ und Ort (Pflichtfeld)


    Telefonnummer

    Geburtsdatum

    Bundesland


    Wie haben Sie von der Veranstaltung erfahren? (Pflichtfeld)


    __________


    Angaben zur Teilnahme

    Der Teilnehmendenbeitrag entspricht Ihrem Anteil an den Kosten für Unterkunft, Verpflegung, Programm und Transfers vor Ort. Die Kosten für die An- und Abreise nach/von Linz tragen Sie selbst.

    Bitte wählen Sie den für Sie zutreffenden Teilnehmendenbeitrag. Ein Nachweis ist nicht erforderlich. (Pflichtfeld)

    100,00 € Standardbeitrag Privatzahler:in50,00 € reduzierter Beitrag150,00 € institutioneller Beitrag / Förderbeitrag

    Was benötigen Sie, um gut an der Veranstaltung teilnehmen zu können? Hier können Sie uns zum Beispiel mitteilen, wenn Sie besondere Bedarfe aufgrund von körperlichen/gesundheitlichen Beeinträchtigungen haben, oder uns informieren, sollten die Kosten für An- und Abreise Ihre finanziellen Ressourcen voraussichtlich übersteigen.

    Bitte sagen Sie uns außerdem, wie wir Sie für etwaige Rücksprachen diesbezüglich am besten kontaktieren können.


    __________


    Angaben zu Unterkunft und Verpflegung

    Die Unterbringung während der Fortbildung erfolgt in Einzelzimmern im Hotel Sommerhaus in Linz. Das offizielle Programm beginnt am Montag, 13.10.2025 um 9:00 Uhr. Der Sonntag, 12.10.2025 ist ausschließlich Anreisetag. Die Rezeption im Hotel Sommerhaus ist 24h besetzt, sodass Sie Ihre Anreise flexibel planen können. Gern lernen wir Sie am Sonntag bei einem optionalen Abendessen ab 18:30 Uhr im informellen Rahmen bereits kennen. Grundsätzlich ist es auch möglich, erst am Montag anzureisen, wenn Sie bspw. grenznah wohnen und sicherstellen können, dass Sie rechtzeitig zum Programmbeginn da sind.


    An welchem Tag werden Sie anreisen? (Pflichtfeld)

    Sonntag, 12.10.2025Montag, 13.10.2025 bis 9:00 Uhr (Programmbeginn)

    Nehmen Sie am optionalen Abendessen am Sonntag, 12.10. ab 18:30 Uhr teil? (Pflichtfeld)

    janein


    Wir sind bestrebt, die Verpflegung entsprechend der örtlichen Gegebenheiten überwiegend oder gänzlich vegetarisch und vegan zu gestalten.


    Wie ernähren Sie sich? (Pflichtfeld)



    Haben Sie Allergien oder Unverträglichkeiten, die wir berücksichtigen sollten, oder möchten weitere Angaben zu Ihrer Ernährungsweise machen?



    __________


    Angaben zu Motivation und Erwartungen

    Wir freuen uns, wenn Sie uns hier etwas über Ihre Erwartungen an die Veranstaltung und Ihre Erfahrungen mit der Organisation von Gedenkstättenfahrten erzählen. Die Informationen dienen lediglich der bestmöglichen Vorbereitung auf die Veranstaltung und haben keinen Einfluss auf Ihre Anmeldung.

    Was erhoffen Sie sich von der Veranstaltung?


    Was möchten Sie in die Veranstaltung einbringen?


    Uns ist es ein Anliegen, dass Jugendliche unabhängig von Bildungshintergrund, finanziellen Ressourcen u.ä. die Möglichkeit erhalten, an Gedenkstättenfahrten teilzunehmen. Inwiefern setzen Sie sich in Ihrer Arbeit bereits für eine möglichst zugangsoffene und inklusive Gestaltung von Gedenkstättenfahrten ein, oder planen dies für die nähere Zukunft?


    Welche weiteren Anmerkungen, Informationen oder Fragen möchten Sie mit uns teilen?


    __________


    Abschließende Angaben

    Fotos im Rahmen der Veranstaltung, auf denen ich abgebildet sind, dürfen veröffentlicht werden. (Pflichtfeld)

    janein

    Meine Kontaktdaten dürfen innerhalb der Gruppe bekannt gegeben werden. (Pflichtfeld)

    janein





    Wir freuen uns über Ihre Anmeldung. Im Sinne der Fairness gegenüber anderen Interessierten bzw. Teilnehmenden möchten wir Sie bitten, sich nur dann anzumelden, wenn Sie eine vollständige Teilnahme einrichten können.


    2. Austauschtreffen 2025

    Austausch- & Vernetzungstreffen 2 – 1.10.2025

    Onlineveranstaltung der Zentralstelle zur Förderung von Gedenkstättenfahrten

    Wir möchten Sie hiermit zu unserem halbjährlichen digitalen Informations- und Austauschtreffen der Zentralstelle für die Förderung von Gedenkstättenfahrten einladen. Das Treffen findet am 1. Oktober 2025 von 10 bis 14 Uhr (inkl. Pause) statt. 

    Inhaltlich wird es am 1. Oktober vor allem um Änderungen im Antragsverfahren gehen. Für 2026 stehen einige Neuerungen an, die wir bei dem Treffen ausführlich erklären werden. Die Veranstaltung richtet sich daher sowohl an Antragstellende, die bereits Erfahrung mit unserem Förderverfahren haben als auch Interessierte mit weniger Erfahrung. Während der Veranstaltung haben wir Zeit für Ihre Fragen eingeplant.  

    In diesem Zuge bitten wir Sie, mit der Antragstellung für 2026 zu warten, da es u.a. ein neues Antragsformular geben wird. 

    Die Veranstaltung wird wieder über Zoom stattfinden. Den Link mit den Einwahldaten und das Programm senden wir Ihnen vor der Veranstaltung zu. 

    Das Programm wird kurz vorher bekannt gegeben.

    Wir freuen uns über eine rege Teilnahme. Bitte melden Sie sich bis zum 26. September 2025 per E-Mail an info@kjp-gedenkstaettenfahrten.de an.  

    Falls Ihnen noch weitere Themen auf dem Herzen liegen, bitten wir um eine kurze Rückmeldung an die o.g. Mail-Adresse, damit wir sie ins Programm aufnehmen können.

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    Unser Newsletter informiert Sie über bevorstehende Veranstaltungen der Zentralstelle und inhaltlich interessante Projekte zu Gedenkstättenfahrten.

    Erinnern-Inklusiv – Onlinesession am 15.12.2023

    Erinnern-Inklusiv – Onlinesession am 15.12.2023

    “Was sind die Grenzen inklusiver Erinnerungskultur?”: Inklusive Erinnerungskultur benötigt mehr Geld und mehr Austausch

    Die vorerst letzte Online-Diskussion im Projekt „Erinnern–inklusiv“ am Freitag, 15. Dezember 2023 führte mitten ins Zentrum des Problems: „Was sind die Grenzen inklusiver Erinnerungskultur?“ Und sie förderte Lösungsansätze zutage: Eine größere Offenheit für Menschen mit Behinderungen auf Seiten der Gedenkorte, mehr Dialog und eine engere Vernetzung zwischen den Erinnerungsorten könnten Lernorte der Geschichte für alle zugänglicher machen. „Wenn wir über Geschichte reden, berührt dies auch die Frage, wie wir heute miteinander leben möchten“, sagte eine Teilnehmerin und fragte:

    „Mit welchem Selbstverständnis gehen wir also an die Frage der Inklusion?“

    Denn der Ruf nach Inklusion in Gedenkstätten für die Opfer der NS-Zeit trifft fast immer auf die gleichen Abwehrargumente: Nicht bezahlbar. Baulich nicht machbar. Nicht zumutbar für Menschen mit Behinderungen.

    Dabei sind sich alle einig, dass Inklusion allen nutzt und dass sich auch Erinnerungsorte öffnen können und müssen, nicht zuletzt auch, um der UN-Behindertenrechtskonvention gerecht zu werden“, zog IBB-Referentin Constanze Stoll ein Resümee der Diskussionen und Workshops. „Doch es gibt immer wieder den Hinweis auf Grenzen.”

    Im Gespräch mit dem blinden Lehrer Grischa Kostkiewicz, dem Koordinator für Inklusion im Museum Stutthof, Andrzej Puszcewicz, und der inklusionserfahrenen Historikerin Clara Mansfeld ging es um Grenzen und Ideen, sie zu überwinden. Die rund 40 Teilnehmenden aus Polen und Deutschland berichteten über unterschiedliche Erfahrungen und plädierten insbesondere für mehr Mut beim Ausprobieren und Scheitern.

    „Unsere Angebote in Stutthof sind wenig inklusiv“, gestand Andrzej Puszcewicz vom Museum Stutthof. „Als gesunde Person konnte ich früher gar nicht verstehen, was fehlt“, sagte der Mitarbeiter des Museums, der selbst gehbehindert ist. Auch Grischa Kostkiewicz berichtete über seine persönlichen Erfahrungen mit Barrieren. In den 1990er Jahren hatte er als Schüler Auschwitz besucht und die Berge von Koffern, Schuhen und Haaren gesehen. „Diese Bilder haben sich mir eingebrannt“, schilderte er. Bei einem späteren zweiten Besuch in Auschwitz, bereits erblindet, habe er dagegen kaum Unterstützung gefunden und den Symbolort für den Holocaust völlig anders erfahren. Für die Online-Diskussion im Projekt „Erinnern-inklusiv“ hatte er zum Gedenkort Hadamar in Hessen recherchiert. Sein Fazit: „Es ist gar nicht einfach, an Informationen zu kommen.“ Für Blinde gebe es zwar einen Katalog in Braille-Schrift – doch nicht jeder Blinde könne diese Schrift entziffern. Audio-Guides seien offenbar kein Thema. „Es gibt offenbar zu wenig Kooperation zwischen den Institutionen“, beklagte er.

    „Mir fallen Barrieren oft gar nicht auf“,

    gestand die inklusionserfahrene Historikerin Clara Mansfeld. Deshalb seien solche Hinweise auf fehlende Angebote von großer Bedeutung. So tauche zum Beispiel bei unterstützenden Apps immer wieder die Frage auf: Wer hat Zugang zu mobilen Endgeräten? Und wie selbsterklärend ist die Benutzerführung für die jeweilige Zielgruppe? Sie plädierte für eine Willkommenskultur, die einlädt zum Dialog nach dem Motto: „Ihr seid alle willkommen!“

    Die Rückmeldung von Betroffenen sei auch wichtig, um aus Fehlern zu lernen und die Wiederholung von Fehlern zu vermeiden. Wenn Menschen mit Behinderungen von vornherein als Expertinnen und Experten in eigener Sache eingebunden werden in die Konzeption von Angeboten oder Ausstellungen, so das Fazit, müssten Fehler nicht später mit zusätzlichem Kostenaufwand korrigiert werden.

    Apropos Kosten: Zusätzliche Angebote seien auch mit Kosten verbunden. Hier fehle es häufig an Geld. Entsprechend der Förderlogik gebe es zuweilen interessante Projekte, deren Ergebnisse aber im Keller verstauben, weil sie nicht nachhaltig gesichert werden können.

    Andiskutiert wurde auch die Frage, wie die Querschnittsaufgabe Inklusion im jeweiligen Team verankert werden kann: Ob über eine Beauftragte oder einen Beauftragten oder über einen Beirat, über Mitarbeitende aus den jeweiligen Zielgruppen oder als allgemein formulierter Auftrag „von oben“. Die Mammutaufgabe Inklusion könne ein Team ziemlich ratlos zurücklassen, berichtete ein Gedenkstätten-Mitarbeiter, zumal wenn es (noch) wenig Kontakt zu den verschiedenen Zielgruppen gibt.

    Wenn die Gesellschaft mehrheitlich behindert wäre, sähe unsere Welt vermutlich anders aus.”

    – Constanze Stoll

    Die Diskussionen und Workshops der vergangenen Wochen hätten allerdings eines sehr deutlich gezeigt:  „Wenn man einfach mit der Unterstützung von Übersetzerinnen und Übersetzern in den Dialog einsteigt, passiert ganz viel und alle lernen viel aus diesen Begegnungen.“

    Den Originalbeitrag von Mechthild vom Büchel auf der IBB-Webseite finden Sie hier.

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    Abschlussveranstaltung Erinnern-Inklusiv

    Abschlussveranstaltung Erinnern-Inklusiv

    Projektergebnisse werden in Online-Veranstaltung vorgestellt

    Im Projekt “Erinnern – inklusiv” haben Menschen aus Deutschland und Polen die Frage untersucht, wie Fahrten zu Gedenkstätten, die an die Opfer des National-Sozialismus und die Verbrechen erinnern, für alle zugänglich werden können. Am 21. März 2024 um 11 oder 17 Uhr findet die Online-Abschlusskonferenz statt.

    In Online-Treffen und Begegnungen wurde deutlich: Viele Gedenkstätten haben hohe Barrieren, die Gehörlose, Blinde und Menschen mit Lernschwierigkeiten ausschließen.

    Im Museum Stutthof hat ein deutsch-polnisches Team Barrieren untersucht und Bedarfe an einen barrierefreien Besuch von Gedenkstätten benannt.

    In der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück haben die Teilnehmenden Vorschläge entwickelt, wie die Bedarfe erfüllt und die Barrieren abgebaut werden können.

    Insgesamt haben 570 Menschen an über 20 Online-Veranstaltungen und drei Gedenkstättenfahrten teilgenommen. Dolmetscher und Dolmetscherinnen für Lautsprache und Gebärdensprachen haben dabei geholfen, Sprachbarrieren zu überwinden.

    Nun präsentiert das Team zum Projektabschluss die Erkenntnisse, Lernerfahrungen und Ergebnisse der interessierten Öffentlichkeit in Polen und Deutschland:

    • Wir organisieren zwei jeweils 90-minütige Online-Treffen auf ZOOM.
    • Projektbeteiligte aus Polen und Deutschland erzählen von den Stolpersteinen in dem inklusiven Projekt.
    • Sie teilen die Ergebnisse der gemeinsamen Arbeit und Erfahrung und unterstreichen, was wir jetzt brauchen.
    • Alle Gäste der Veranstaltung sind eingeladen, Fragen zu stellen, eigene Beobachtungen zu teilen und Impulse für eine inklusive Erinnerungskultur zu geben.

    Das deutsch-polnische Kooperationsprojekt wird gemeinsam organisiert vom Internationalen Bildungs- und Begegnungswerk gGmbH in Dortmund, dem Verein Schwarzenberg e.V. Berlin und dem Museum Stutthof in Polen.

    Für die Veranstaltung können Sie sich hier anmelden. Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie auf unserer Kontaktseite oder Sie wenden sich mit einer E-Mail an unsere Kollegin Constanze Stoll stoll@ibb-do.de.



    1. Austauschtreffen 2025

    Austausch- & Vernetzungstreffen 1 – 31.3.2025

    Onlineveranstaltung der Zentralstelle zur Förderung von Gedenkstättenfahrten

    Wir möchten Sie hiermit zum halbjährlichen digitalen Informations- und Austauschtreffen der Zentralstelle für die Förderung von Gedenkstättenfahrten einladen. Das Treffen findet am 31. März 2025 von 10 bis 13:30 Uhr statt.

    Wir sehen dieses Mal davon ab, die Veranstaltung auf zwei Tage zu teilen. Im Gegensatz zu vorherigen Treffen werden wir dieses Mal nicht das Antragsverfahren detailliert mit Ihnen durchgehen. Stattdessen möchten wir am 31. März den Austausch in den Vordergrund setzen. Am Ende der Veranstaltung haben wir Zeit für Ihre Fragen, auch zum Antragsverfahren und Verwendungsnachweis, eingeplant. Im Anhang finden Sie eine aktuelle PowerPoint-Präsentation, in der wir das Antragsverfahren detailliert vorstellen. Bitte notieren Sie sich etwaige Fragen, damit wir diese im Anschluss an den Austausch am 31. März besprechen können.

    Die Veranstaltung wird wieder über Zoom stattfinden. Den Link mit den Einwahldaten und die finale Tagesordnung senden wir Ihnen vor der Veranstaltung zu.

    Das vorläufige Programm sieht aus wie folgt:

    10 – 10:15 UhrBegrüßung, Kennenlernen und Organisatorisches
    10:15 – 10:45 UhrVorstellung der Fahrt „Erinnerung bewegt“ des Katholischen Schulwerks in Bayern in die KZ-Gedenkstätte Flossenbürg und Austausch zu kreativen Methoden in der Gedenkstättenarbeit
    10:45 – 11:30 UhrAustauschrunde in Kleingruppen zu aktueller Planung und Herausforderungen bei Gedenkstättenfahrten
    11:30 – 12 UhrBericht aus den Kleingruppen
    12 – 12:30 UhrPause
    12:30 – 13:30 UhrBei Bedarf: Zeit für Fragen an die Zentralstelle

    Wir freuen uns über eine rege Teilnahme. Bitte melden Sie sich bis zum 26. März 2025 per E-Mail an info@kjp-gedenkstaettenfahrten.de an. 

    Falls Ihnen noch weitere Themen auf dem Herzen liegen, bitten wir um eine kurze Rückmeldung an die o.g. Mail-Adresse, damit wir sie ins Programm aufnehmen können.

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    Unser Newsletter informiert Sie über bevorstehende Veranstaltungen der Zentralstelle und inhaltlich interessante Projekte zu Gedenkstättenfahrten.

    Zweites halbjährliches Austausch- und Vernetzungstreffen der Zentralstelle für die Förderung von Gedenkstättenfahrten im Oktober 2024

    Am 29. und 30. Oktober 2024 fand wieder das halbjährliche digitale Austauschtreffen der Zentralstelle für die Förderung von Gedenkstättenfahrten mit über 20 Teilnehmenden aus ganz Deutschland statt.

    Am ersten Tag stellte die Zentralstelle ihre Zahlen für das Jahr 2024 vor und informierte über das Antrags- und Verwendungsnachweisverfahren für das kommende Förderjahr. Demnach gibt es für 2025 keine grundlegenden Änderungen im Antragsverfahren. Die Zentralstelle hat in diesem Jahr auf ein digitales Verfahren umgestellt, das auch weiterhin beibehalten wird. Das neue Antragsformular mit dem neuen IBB-Logo und technischen Optimierungen wurde vorgestellt.

    Am zweiten Tag tauschten sich die Zentralstelle und die antragstellenden Organisationen gemeinsam über aktuelle Herausforderungen und Erfahrungen sowie die Planung für 2025 und 2026 aus.

    Die PowerPoint-Präsentation mit allen wichtigen Informationen zur Antragstellung und zum Verwendungsnachweis finden Sie unten.

    Aktuelle Herausforderungen, Zukunftsplanung und Bedarf an weiterem Austausch
    In einem Padlet sammelten wir gemeinsam mit allen Teilnehmenden Antworten und Anregungen zu folgenden Fragen:

    „Was waren/sind zurzeit die größten Herausforderungen?“
    „Wie gestaltet sich die Planung für 2025 und 2025?“
    „Zu welchen Themen gibt es weiteren Gesprächsbedarf?“