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2. Austauschtreffen 2024

Zweites halbjährliches Austausch- und Vernetzungstreffen der Zentralstelle für die Förderung von Gedenkstättenfahrten im Oktober 2024

Am 29. und 30. Oktober 2024 fand wieder das halbjährliche digitale Austauschtreffen der Zentralstelle für die Förderung von Gedenkstättenfahrten mit über 20 Teilnehmenden aus ganz Deutschland statt.

Am ersten Tag stellte die Zentralstelle ihre Zahlen für das Jahr 2024 vor und informierte über das Antrags- und Verwendungsnachweisverfahren für das kommende Förderjahr. Demnach gibt es für 2025 keine grundlegenden Änderungen im Antragsverfahren. Die Zentralstelle hat in diesem Jahr auf ein digitales Verfahren umgestellt, das auch weiterhin beibehalten wird. Das neue Antragsformular mit dem neuen IBB-Logo und technischen Optimierungen wurde vorgestellt.

Am zweiten Tag tauschten sich die Zentralstelle und die antragstellenden Organisationen gemeinsam über aktuelle Herausforderungen und Erfahrungen sowie die Planung für 2025 und 2026 aus.

Die PowerPoint-Präsentation mit allen wichtigen Informationen zur Antragstellung und zum Verwendungsnachweis finden Sie unten.

Aktuelle Herausforderungen, Zukunftsplanung und Bedarf an weiterem Austausch

In einem Padlet sammelten wir gemeinsam mit allen Teilnehmenden Antworten und Anregungen zu folgenden Fragen:

„Was waren/sind zurzeit die größten Herausforderungen?“

„Wie gestaltet sich die Planung für 2025 und 2025?“

„Zu welchen Themen gibt es weiteren Gesprächsbedarf?“

Zu den aktuellen Herausforderungen zählen nach wie vor die stetig steigenden Kosten. Durch die unveränderten Fördersätze des Kinder- und Jugendplans müssen Kostensteigerungen durch Drittmittel aufgefangen oder an die Teilnehmenden weitergegeben werden. Mit einer Anpassung der Fördersätze ist frühestens ab 2027 zu rechnen. Die Teilnehmenden tauschten sich auch über die Planung von Gedenkstättenfahrten mit Bahn und Flugzeug aus. Je nach Entfernung sei das Flugzeug nicht nur eine zeitsparende, sondern auch eine pragmatische Reisemöglichkeit für die Teilnehmenden. Umweltfreundlichkeit und Nachhaltigkeit seien jedoch Faktoren, die bei der Planung von Gedenkstättenfahrten berücksichtigt werden sollten.

Ein weiteres Diskussionsthema war die Problematik, neue pädagogische Fachkräfte für Gedenkstättenfahrten zu finden, die die Fahrt begleiten, sowie Strategien gegen die psychische Belastung der Begleitpersonen bei Fahrten. Hier wünschten sich mehrere Teilnehmende mehr Fortbildungen zu diesem Thema.

Einige Teilnehmende beschäftigten sich mit der Planung von Fahrten zu weniger bekannten Gedenkstätten oder zu speziellen Themen wie Fußball im Nationalsozialismus oder Frauen in Konzentrationslagern. Es entstand eine lebhafte Diskussion, in der Tipps, Links und Informationsstellen ausgetauscht wurden.

Eine Zusammenfassung der Austauschrunde am 30. Oktober finden Sie hier:

Das Padlet mit allen gesammelten Antworten finden Sie hier.

Die PowerPoint zum Austauschtreffen mit Informationen zum Rückblick sowie zum Antragsverfahren finden Sie hier.

Anträge für Gedenkstättenfahrten im Jahr 2025 können bereits jetzt bei uns gestellt werden. Alle Informationen hierzu finden sich unter: https://kjp-gedenkstaettenfahrten.de/bestandteile-der-foerderung/

Das Team der Zentralstelle bedankt sich bei allen Teilnehmenden für den konstruktiven Austausch.

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Tagung: Vielfältige Erinnerungskultur in der Praxis

Tagung: Vielfältige Erinnerungskultur in der Praxis

Bericht der Tagung in Kooperation mit der KZ-Gedenkstätte Neuengamme in Hamburg vom 12.-14. September 2024

von Mechthild vom Büchel

Vor dem offiziellen Beginn der Tagung hatten die Teilnehmer*innen Gelegenheit, die KZ-Gedenkstätte Neuengamme kennenzulernen.

Wie können Gedenkstättenfahrten vielfältiger und inklusiver gestaltet werden? Diese Frage stand im Mittelpunkt der Tagung „Vielfältige Erinnerungskultur in der Praxis“ vom 12. bis 14. September 2024 in der KZ-Gedenkstätte Neuengamme in Hamburg. Mehr als 80 Personen waren der Einladung der Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte und des  Internationalen Bildungs- und Begegnungswerks gGmbH in Dortmund gefolgt. Sie diskutierten engagiert, wie Gedenkstättenfahrten barrierefrei gestaltet werden können und wie bisher weitgehend verdrängte Verfolgtengruppen und ihre Perspektiven in die Erinnerungsarbeit einbezogen werden können.

Mit dem Fokus auf den Begriff „Vielfältige Erinnerungskultur“ machen wir deutlich, was eigentlich selbstverständlich sein sollte: Erinnerungskultur zielt nicht auf eine einheitliche Erinnerung, sondern auf die Kultur, unterschiedliche Erinnerungen gleichberechtigt zu artikulieren und gemeinsam mit unterschiedlichen Erinnerungen umzugehen”

beschrieb Dr. Astrid Sahm, Geschäftsführerin der IBB gGmbH, die Zielsetzung der Tagung.

Geschäftsführerin Dr. Astrid Sahm begrüßt die Teilnehmer*innen.

Vor dem offiziellem Beginn der Tagung hatte die KZ-Gedenkstätte drei verschiedene Themenrundgänge angeboten. Einen allgemeinen Rundgang über „Das KZ Neuengamme: Geschichte und Nachgeschichte“ führte Jon Kornell. Marie Stahlfeld und Gisela Ewe leiteten einen Rundgang zum Thema „Schwarze Gefangene im KZ Neuengamme“. Und Marco Kühnert berichtete Interessierten gezielt über „Sowjetische Kriegsgefangenen im KZ Neuengamme“.

Zum offiziellen Auftakt der Tagung begrüßten Dr. Susann Lewerenz von der KZ-Gedenkstätte Neuengamme, Dr. Astrid Sahm von der IBB gGmbH und Sera Choi vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, die Teilnehmenden. Dr. Astrid Sahm erzählte, dass sie die Gedenkstätte in Hamburg zum ersten Mal 1985 besucht hatte als Preisträgerin des Schülerwettbewerbs „Deutsche Geschichte“. In einem 14-tägigen internationalen Workcamp hatte sie schon damals unterschiedliche Perspektiven auf die NS-Zeit kennengelernt von Teilnehmenden aus Polen und Finnland, Algerien, der Slowakei und vielen weiteren Ländern.

Wer spricht wie über Geschichte? Wer hört zu? Und wem wird zugehört?

Der Vortrag von Cornelia Chmiel von der Freien Universität Berlin – vorgetragen von Susanne Becker, Referentin der IBB gGmbH, und Dr. Susann Lewerenz – sensibilisierte vor allem für die Frage, wer Geschichte wie präsentiert und welche Zielgruppen erreicht oder auch ausgeschlossen werden. Dies sei immer eine Machtfrage. Die Vielfalt der Gesellschaft werde in der aktuellen Erinnerungs- und Bildungsarbeit von Gedenkstätten in der Regel nicht abgebildet: Und zwar weder auf Seiten der Mitarbeitenden, die Geschichte vermitteln, noch in den behandelten Themen, noch auf Seiten der erreichten Zielgruppen.

Auch im anschließenden Podiumsgespräch mit Dr. Mehmet Daimagüler, Beauftragter der Bundesregierung gegen Antiziganismus und für das Leben der Sinti und Roma in Deutschland, Jürgen Dusel, Beauftragter der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, und Ines Eichmüller, vom Verband für das Erinnern an die verleugneten Opfer des Nationalsozialismus e. V.,  ging es um Leerstellen in der Erinnerungsarbeit. So sind die wenigsten Gedenkstätten und ihre Angebote für Menschen mit Behinderungen barrierefrei zugänglich. Zudem gibt es noch immer verdrängte Verfolgtengruppen wie zum Beispiel die sogenannten „Berufsverbrecher“ und „Sicherungsverwahrten“, die nur wenig Beachtung finden. Bezüge zu weiterhin existierender Diskriminierung und immer noch herrschenden Ideologien der Ungleichwertigkeit werden nur selten hergestellt. Der Inhalt des ersten Tages wurde in Leichte Sprache übersetzt.

Von l.n.r.: Dr. Mehmet Daimagüler, Jürgen Dusel, Susanne Becker, Ines Eichmüller, Dr. Susann Lewerenz im Podiumsgespräch nach dem Vortrag von Cornelia Chmiel.

Am zweiten Tag konnten sich die Teilnehmenden in acht unterschiedlichen Workshops zu folgenden Themen austauschen und ihr Wissen vertiefen.

Die Teilnehmenden diskutierten in folgenden Workshops:

  • Entrechtung und Krankenmord an Kindern, Jugendlichen und Menschen mit ausländischer Herkunft als Gegenstand inklusiver und internationaler Geschichtsvermittlung
    Carola Rudnick („Euthanasie“-Gedenkstätte Lüneburg)
  • Jüdische Verfolgungserfahrungen neu gedacht – Leerstellen, Gegenwartsbezüge, Verflechtungsgeschichten
    Furkan Yüksel (Bildungsstätte Anne Frank)
Teilnehmende berichten in einer Fishbowl-Runde zum Abschluss vom zweiten Tag aus den Workshops.

In der darauffolgenden Fishbowl-Runde berichteten Teilnehmende aus den verschiedenen Workshops. Laura Lopez Mras (KZ-Gedenkstätte Flossenbürg) und Oliver Gaida (Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas) erzählten vom Projekt „Die Verleugneten“. Eine Ausstellung, die im Rahmen dieses Projekts entstanden ist,  erinnert ab 10. Oktober 2024 in Berlin an Menschen, die im Nationalsozialismus als „Asoziale“ und „Berufsverbrecher“ verfolgt wurden. Sie lenkt den Blick damit beispielhaft auf eine solche Leerstelle in der Erinnerungskultur, wie sie bereits im Podiumsgespräch zum Auftakt der Tagung beschrieben worden war.

Unterschiedliche Verfolgungserfahrungen  

In den verschiedenen Workshops schauten die Teilnehmenden auf unterschiedliche Gruppen, Zugänge und Verfolgungserfahrungen. In der anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass die verschiedenen Herausforderungen und unterschiedliche, verdrängte Perspektiven jedoch alle miteinander zusammenhängen. Mehrere Teilnehmende äußerten den Wunsch nach besser verständlichen Materialien möglichst in Einfacher Sprache.

Am dritten Tag war der Blick auf die Praxis gerichtet. Im Centro Sociale, einem selbstverwalteten Ort im Hamburger Schanzenviertel, stellten vier verschiedene Projekte ihre Arbeit vor:

Diese Projekte sind so angelegt, dass Menschen unterschiedliche Zugänge finden, um sich mit dem Nationalsozialismus zu beschäftigen: So ging es um die Geschichte des Sportplatzes in der Nachbarschaft, Orte der Deportation, Biografien von Menschen aus verdrängten Verfolgtengruppen und um Verbindungen zu den Folgen des Kolonialismus.

Kreative Zugänge zur Geschichte ermöglichen  

Die vier Beispiele zeigten auch eine Vielfalt der Methoden: Comics zeichnen, historische Orte fotografieren, in der Nachbarschaft recherchieren und die unterschiedlichen Perspektiven von verschiedenen Menschen in den Fokus rücken – all dies schafft einen individuellen Zugang zur NS-Zeit. Der Umgang mit Täterquellen und Tätersprache ist für die verantwortlichen Personen in der Bildungsarbeit dabei ebenso herausfordernd wie die Reflektion der eigenen Machtposition.

Dr. Susann Lewerenz spricht mit den Teilnehmenden über das Projekt “Verflechtungen. Koloniales und rassistisches Denken und Handeln im Nationalsozialismus”

Sera Choi vom Bundesfamilienministerium versicherte in der Abschlussrunde, dass die inhaltliche Weiterentwicklung der Erinnerungskultur und die Förderung von Gedenkstättenfahrten im politischen Berlin hohe Priorität genießt.

Zoe Stupp von der Zentralstelle zur Förderung von Gedenkstättenfahrten bei der IBB gGmbH und Paula Scholz von der KZ-Gedenkstätte Neuengamme fassten am Ende zusammen, dass Leerstellen in der Erinnerungsarbeit immer auch mit der Gegenwart und aktueller Diskriminierung zu tun haben. Um eine vielfältige Erinnerungskultur in der Praxis umzusetzen, sei es wichtig, Nachkommen von Verfolgtengruppen und Selbstorganisationen von Betroffenen stärker einzubeziehen. Und es brauche Geld, Zeit und Mut, um Geschichtsvermittlung, ihre Formate und Strukturen anders zu denken.

Die gute Zusammenarbeit mit dem Team der KZ-Gedenkstätte Neuengamme und die positiven Rückmeldungen der Teilnehmenden bestärken uns in unserer Absicht, in Zukunft weitere Plattformen für einen inspirierenden Austausch und weitere Fortbildungen zu schaffen.”

– Zoe Stupp


Dieser Bericht wurde erstmals am 6. Oktober auf der IBB-Webseite veröffentlicht.

Weiteres:
Der Veranstaltungsbericht auf der IBB-Webseite
Der Veranstaltungsbericht der KZ-Gedenkstätte Neuengamme

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Jugend erinnert: Austausch mit Bundesministerinnen

Jugend erinnert: Abschlussveranstaltung Erinnern-Inklusiv

Diskussionen an der Gedenkstätte Sachsenhausen zu einer vielfältigeren Erinnerungskultur und einer Verstetigung des Programms “Jugend erinnert”

Gruppenfoto Bundesministerinnen mit den Teilnehmenden, Bild: Photothek.de/Thomas Trutschel

Am 23. April 2024 fand an der Gedenkstätte Sachsenhausen eine Veranstaltung statt, die junge Menschen, Multiplikator:innen und Bundesministerinnen zusammenbrachte, um über die Wichtigkeit von Erinnerungsarbeit zu diskutieren. Bundesaußenministerin Annalena Baerbock, Bundesjugendministerin Lisa Paus und Kulturstaatsministerin Claudia Roth informierten sich vor Ort direkt bei den jungen Menschen und Multiplikator:innen über ihre Erfahrungen und Projekte. Die Veranstaltung, organisiert von der Zentralstelle zur Förderung von Gedenkstättenfahrten in Zusammenarbeit mit der Stiftung EVZ, der Topographie des Terrors und der Stiftungen Brandenburgische Gedenkstätten, markierte einen wichtigen Moment im Rahmen des Programms “Jugend erinnert”.

Teilnehmende machen sich mit historischem Ort vertraut

Die Veranstaltung begann am 22. April mit einer Führung durch das historische Lagergelände, geführt von Katja Anders, Mitarbeiterin der pädagogischen Abteilung der Gedenkstätte. Im Anschluss bereiteten die Teilnehmenden ihre Projektpräsentationen für den folgenden Tag vor. Mit Roll-Ups, Plakaten, Fotocollagen, Comics und anderen Materialien verdeutlichten sie die Vielfalt ihrer Projekte, die sich tiefgehend mit der NS-Zeit auseinandersetzen. Diese Projekte, wie das „Tagebuch der Gefühle“ aus Halle, zeigten eindrucksvoll, wie junge Menschen ihre Erfahrungen in kreative Formate wie Zeichnungen und Videos umsetzen.

Vernetzung der Förderlinien von Jugend erinnert

Am 23. April begann die Veranstaltung mit einer Begrüßung durch Prof. Dr. Axel Drecoll, den Leiter der Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen und der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten. Moderator Florian Kemmelmeier führte durch das Programm, stellte die verschiedenen Förderlinien und das neue Logo vor. Das 2018 initiierte Bundesprogramm setzt sich aus drei Säulen zusammen: Das Auswärtige Amt (AA) unterstützt internationale Bildungsarbeit durch die Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ), das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) fördert außerschulische Gedenkstättenfahrten über die Zentralstelle zur Förderung von Gedenkstättenfahrten innerhalb der IBB gGmbH, und die Beauftragte für Kultur und Medien (BKM) stärkte die pädagogische Arbeit an NS-Gedenkstätten bis 2023 durch die Topographie des Terrors und nun über die EVZ. Diese unterschiedlichen Förderlinien ermöglichen eine vertiefte Auseinandersetzung junger Menschen mit der Geschichte und stärken die europäische Erinnerungskultur.

Bundesministerinnen nehmen an World Café teil

Danach fand ein intensiver Austausch in drei World-Cafés statt, bei denen die jungen Erwachsenen und Multiplikator:innen aus verschiedenen Regionen Deutschlands ihre Projekteden Ministerinnen und anderen Teilnehmenden präsentierten. Bundesjugendministerin Lisa Paus unterstrich in diesem Zusammenhang das Ziel, weniger besuchte Orte zu fördern: „Gerade junge Menschen sollen die Möglichkeit haben, sich mit der Geschichte auseinanderzusetzen und ihre eigene Haltung zu entwickeln – auch außerhalb der Schule und des Geschichtsunterrichts. Mit dem Programm ‘Jugend erinnert’ wollen wir das vielen Jugendgruppen ermöglichen. Dabei ist es mir wichtig, dass zusammen mit den Jugendlichen auch der Bezug zu aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen hergestellt wird. In unserer postmigrantischen Gesellschaft besteht die Chance, der großen Bedeutung der Erinnerungskultur als auch der zunehmenden kulturellen Vielfalt gerecht zu werden.”

Teilnehmende diskutieren mit Claudia Roth, Bild: Photothek.de/Thomas Trutschel

Bundesministerinnen geben Pressestatements

Bundesaußenministerin Annalena Baerbock, Bundesaußenministerin, Bundesfamilienministerin Lisa Paus und Kulturministerin Claudia Roth geben Pressestatements. Bild: Photothek.de/Thomas Trutschel

Die Bedeutung der Gedenkstättenfahrten wurde insbesondere durch die Beiträge junger Erwachsener hervorgehoben, die einen tiefen Einblick in das jüdische Leben während des Nationalsozialismus gewonnen hatten. Teilnehmer:innen einer Gedenkstättenfahrt des Diakonischen Werks Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz berichteten beispielsweise über ihre Fahrt nach Chełmno und Łódź, wo sie im Gespräch mit dem Holocaust-Überlebenden Dr. Leon Weintraub wertvolle Erkenntnisse gewannen.

Kulturstaatsministerin Claudia Roth betonte in ihrem Statement, dass es in diesen Zeiten wichtiger denn je sei, die Erinnerung an das Leid der Menschen lebendig zu halten, die der menschenverachtenden Gewalt des nationalsozialistischen Deutschlands zum Opfer fielen:

„Die beeindruckenden Projektergebnisse aus der ersten Förderrunde zeigen, wie eine lebendige, durch junge Menschen getragene Erinnerungskultur ausgestaltet werden kann. Die Fortsetzung des Programms in den kommenden Jahren ist daher erfreulich und ein wichtiges Anliegen.“

Dies ist auch im Sinne der Multiplikator:innen, die bestätigten, wie wichtig es sei, dass die Bundespolitik das Thema Erinnerungskultur in seiner Vielfalt aufnimmt und weiter fördert. Der Austausch unter den jungen Erwachsenen und Multiplikator:innen sowie das Kennenlernen anderer Projekte wurden als besonders bereichernd empfunden, und es wurde der Wunsch nach weiteren Vernetzungsmöglichkeiten zwischen den Förderlinien geäußert.

Bundesaußenministerin Annalena Baerbock sprach sich dafür aus, die Themen Holocaust und NS-Zeit bereits früher im Schulunterricht zu integrieren. Bisher werde dies oft erst ab der zehnten Klasse behandelt, so Baerbock. Des Weiteren plädierte sie für eine internationale Vernetzung zwischen Gedenkstätten und Jugendgruppen um die europäische Dimension des Holocaust und der NS-Verbrechen darzustellen.

Derzeit leisten außerschulische Organisationen einen wesentlichen Beitrag zur Bildungsarbeit. Diese Organisationen sind jedoch häufig auf externe Zuschüsse angewiesen, um Fahrten zu historischen Gedenkstätten zu ermöglichen. Ein Beispiel hierfür ist das LidiceHaus Bremen, das durch eine Förderung der Zentralstelle für Gedenkstättenfahrten (ZST) im Jahr 2024 eine Bildungsfahrt zu den Gedenkstätten Terezín und Lidice sowie nach Prag durchführen konnte.

Erinnern und Gedenken an die Opfer

Die Veranstaltung endete mit einer gemeinsamen Gedenkminute und einer Blumenniederlegung am Mahnmal des ehemaligen Galgens auf dem Appellplatz des Lagergeländes. Gemeinsam besuchte die Gruppe zum Abschluss eine Kunstinstallation des Projekts Young Interventions.

Die Veranstaltung unterstrich die Bedeutung der Auseinandersetzung mit der NS-Zeit für die Gestaltung einer demokratischen und friedlichen Zukunft. Folgen Sie unserem Instagram-Kanal @zentralstelle_gsf und dem Hashtag #jugenderinnert für weitere Informationen und Updates zu unseren Projekten.

Blumenniederlegung der Ministerinnen. Bild: IBB/Susanne Becker

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1. Austauschtreffen 2024

Austausch und Vernetzung 1/2024

Am 17. und 18. April 2024 fanden erneut die halbjährliche digitale Informationsveranstaltung und das Austauschtreffen der Zentralstelle für die Förderung von Gedenkstättenfahrten mit Interessierten aus ganz Deutschland statt. In diesem Frühjahr testete die Zentralstelle ein neues Format: Die Trennung von Informationsveranstaltung und Austauschtreffen auf zwei separate Tage. Am 17. informierte die Zentralstelle über Neuerungen zum Antragsverfahren und Verwendungsnachweis. Am 18. sprachen die Zentralstelle und die antragstellenden Organisationen gemeinsam über aktuelle Herausforderungen und Erfahrungen sowie die Planung für 2025 und 2026.

Die PowerPoint-Präsentation mit allen wichtigen Informationen zur Antragstellung und dem neuen digitalen Verwendungsnachweis sowie Besonderheiten 2024 finden Sie unten.

Aktuelle Herausforderungen

Einige antragstellende Organisationen berichten, dass sie immer mehr Anfragen von Kooperationspartnern bekommen und entscheiden müssen, welche Fahrten sie durchführen. Dennoch machen den Antragstellenden weiterhin kurzfristige Absagen zu schaffen. Auch die kontinuierlich steigenden Kosten stellen ein Problem dar. Durch die unveränderten Fördersätze des Kinder- und Jugendplans müssen die Kostensteigerungen an die Teilnehmenden weitergegeben werden. Teilweise versuchen die Organisationen dieses Problem durch Spenden abzuschwächen, es besteht jedoch die Sorge, dass die Fahrten für viele Jugendliche zu teuer werden.

Die meisten Organisationen haben sich nach dem Corona-bedingten Einbruch wieder einen stabilen Teamendenpool aufgebaut, unter anderem durch eigene Fortbildungen für potentielle Teamende. Leider ist jedoch die unterschiedliche Qualität von Guides in den Gedenkstätten ein Problem. Hier hat die offene Kommunikation mit den Verantwortlichen, über die eigenen Wünsche und Erfahrungen, oft zur Verbesserung beigetragen.

Positive Erfahrungen

Zudem berichten die Organisationen, dass die Gedenkstätte Auschwitz zunehmend voller wird. Immer öfter sind zudem Unterkünfte und Busse bereits lange vor der Fahrt ausgebucht. Daher versuchen einige Antragsteller auch Fahrten in andere Gedenkstätten anzubieten. Leider stehen viele schulische Kooperationspartner anderen Gedenkstätten jedoch skeptisch gegenüber und bevorzugen eine Fahrt nach Auschwitz. Dabei berichten alle Antragsteller von positiven Erfahrungen in anderen Gedenkstätten, zum Beispiel nach Stutthof, Mauthausen und Treblinka.

Besonders gute Erfahrungen gab es auch bei Fahrten mit diverseren Gruppen. Bei Fahrten mit Jugendlichen aus verschiedenen Schulen bzw. Schulformen, Klassen und Altersstufen oder gar generationsübergreifenden Fahrten, kam es häufig zu einem regen Austausch.

Eine Zusammenfassung der Austauschrunde am 18. April finden Sie hier:

Eine PowerPoint Präsentation, die die wichtigsten Fragen zur Förderung zusammenfasst, finden Sie hier.

Das Team der Zentralstelle bedankt sich bei allen Teilnehmenden für den konstruktiven Austausch.

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2. Austauschtreffen 2023

Onlineveranstaltung der Zentralstelle für die Förderung von Gedenkstättenfahrten

Am Mittwoch, den 08. November 2023, fand erneut das digitale Austauschtreffen der Zentralstelle für die Förderung von Gedenkstättenfahrten mit etwa 40 Interessierten aus ganz Deutschland statt. Bei dem halbjährlich stattfindenden Treffen tauschen sich Multiplikator*innen von antragstellenden Organisationen aus und können Fragen zur Förderung stellen.

Nach einer Vorstellung bekamen die Teilnehmenden in sogenannten Breakoutrooms, die Möglichkeit sich in Kleingruppen von bis zu sechs Personen zu aktuellen Herausforderungen und ihrer Planung für 2024 und 2025 zu unterhalten.

Aktuelle Herausforderungen

Als zentrales Problem wurden dabei weiterhin die konstante Steigerung der Preise benannt, die zu massiven Problemen bei der Planbarkeit und Finanzierung von Gedenkstättenfahrten führt, da die Fördermittel oft nicht genügen und dadurch die Teilnahmebeiträge stark erhöht werden müssen. Zudem ist in vielen Bundesländern eine fehlende Verbindlichkeit bei den Anmeldungen zur Teilnahme zu vermerken. Dennoch ist für die Jahre 2024 und 2025 schon eine viel höhere Nachfrage als zuletzt 2023 zu vermerken, was die durchführenden Organisationen vor Schwierigkeiten bei den eigenen Ressourcen und bei der Verteilung der Fördermittel stellt.

Die Möglichkeit der neuen Förderbestimmungen, vermehrt auch weniger bekannte Orte der Erinnerung aufzusuchen, wurde 2023 nur in begrenztem Umfang genutzt. Anhand der knappen personellen Ressourcen in der Bildungsarbeit gestaltet sich zum einen die eigene Erschließung solcher Orte als schwierig, zum anderen sind aber auch die meist schulischen Kooperationspartner der Organisationen schwer von diesen neuen Orten zu überzeugen, für die die Gedenkstätte Auschwitz Symbolcharakter und entsprechende Gewichtung behält. Dennoch ist der Anteil der geförderten Fahrten an die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau seit 2017 (86%) konstant gesunken, zuletzt von 77% im Jahr 2022 auf 71% im Jahr 2023.

Bereits im Vorfeld der Veranstaltung erreichte die Zentralstelle zudem die Diskussionsfrage, wie mit rechtsextremen und rechtspopulistischen Einflüssen im Umfeld der Teilnehmenden (Wahlerfolge der AfD) und entsprechenden Aussagen der Jugendlichen im Kontext einer Gedenkstättenfahrt umgegangen werden kann. Die Erfahrungen der Organisationen sind hier sehr divers: während dieses Problem in einigen Bundesländern noch nicht bewusst aufgetreten ist, werden in anderen Bundesländern bereits Fortbildungen für Lehrkräfte aber auch Jugendbildner*innen angestoßen. Die Zentralstelle hat im Vorfeld des Austauschs zudem mit der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus Kontakt aufgenommen und erarbeitet zunächst gemeinsam mit dem Bundesverband ein weiteres Vorgehen und Angebot für Begleitungen von Gedenkstättenfahrten.

Screenshots der Padlets der Kleingruppen finden Sie hier:

Förderbedingungen

In der zweiten Hälfte der Veranstaltung stellte die Zentralstelle das neue Antragsformular für die Förderung von Gedenkstättenfahrten vor. Die wichtigsten Aspekte zum neuen Antrag finden Sie auch in der Ausfüllhilfe. Das Antragsformular finden Sie in unserer Rubrik “Antrag stellen” und direkt hier.

Im Anschluss stellte das Team der Zentralstelle vertiefend die Anforderungen aus dem inhaltlichen Teil der Förderung vor, insbesondere in Bezug auf den roten Faden, mögliche Schwerpunktsetzungen und Ziele von Gedenkstättenfahrten sowie Möglichkeiten und Voraussetzungen von Partizipation und Nachhaltigkeit. Näheres dazu können Sie in unserer Dokumentation nachlesen.

Die Dokumentation des gesamten Austauschtreffens finden Sie hier.

Eine PowerPoint Präsentation, die die wichtigsten Fragen zur Förderung zusammenfasst, finden Sie hier.

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2. Austauschtreffen 2022

Onlineveranstaltung zum Austausch und Information zur Förderung von Gedenkstättenfahrten

Am Mittwoch, den 26. Oktober 2022, fand erneut das Austauschtreffen der Zentralstelle für die Förderung von Gedenkstättenfahrt in digitaler Form statt. Die Veranstaltung begann mit einer Kennenlernrunde mit den circa 30 Teilnehmenden aus ganz Deutschland.

Das Treffen findet in der Regel halbjährlich statt und soll allen antragstellenden Organisation Gelegenheit zum Austausch geben und organisatorische Fragen zur Förderung klären. Während sich in der Pandemie das Onlineformat bewährt hat, sollen Treffen im ähnlichen Format künftig im Wechsel von Online und Präsenz stattfinden.

Nach einer Vorstellung der aktuellen Zahlen für das Jahr 2022 konnten sich die Teilnehmenden in sogenannten Breakoutrooms in Kleingruppen zusammentun. Dort besprachen sie, welche aktuellen Herausforderungen sie 2022 gemeistert hatten und welche Hindernisse sie für das kommende Jahr erwarten. Die Covid-19-Pandemie beschäftigt die Teilnehmenden noch immer und auch die Inflation und Preissteigerungen infolge des russischen Angriffkrieges auf die Ukraine, führen bei der Organisation und Finanzierung von Gedenkstättenfahrten zu Problemen. Insgesamt zeigten sich die Teilnehmenden aber positiv darüber, wie viele Fahrten sie 2022 durchführen konnten und erklärten, dass sie für 2023 mit einem noch größeren Bedarf rechnen:

Im Anschluss zeigte das Team der Zentralstelle eine PowerPoint-Präsentation zu den Grundlagen der Förderung durch den Kinder- und Jugendplan, sowie die formalen und inhaltlichen Voraussetzungen einer Förderung. Anschließend ging die Gruppe einen typischen Ablauf der Antragsstellung durch: Von der Beantragung der Fahrt und was dabei zu beachten ist, über die Ausstellung eines Weiterleitungsvertrages hin zu den Bestandteilen eines vollständigen Verwendungsnachweises. Die Teilnehmenden bekamen die Möglichkeit, alle offenen Fragen zu stellen.

Die gezeigte PowerPoint-Präsentation finden Sie hier.

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Fortbildung: Gedenkstättenfahrten im Fußballkontext

Gedenkstättenfahrten im Fußballkontext – Bericht

Fortbildung für Aktive in der Fanarbeit und in Fanprojekten, die Gedenkstättenfahrten mit Jugendlichen durchführen möchten

Bild mit Arbeitsplakaten der Veranstaltung. Ein Plakat zu Arbeitsschwerpunkten in der Fanarbeit, ein Plakat zu Wünschen an die Veranstaltung und das Titelbild zu der Veranstaltung.

25 Teilnehmende aus neun Bundesländern nahmen an unserer Fortbildung „Gedenkstättenfahrten im Fußballkontext“ teil. Die Kooperationsveranstaltung mit der LAG Fanprojekte NRW und Zweitzeugen e.V. fand vom 18. bis 20. September 2023 im Haus Landeskirchlicher Dienste Dortmund statt. Teilgenommen haben Aktive aus der Fußball-Fanarbeit, von Fanprojekten und Fanbetreuungen sowie Ehrenamtliche im Breitensport.

Thematisch behandelte die Fortbildung inhaltliche Zugänge mit Fußballbezug für Gedenkstättenfahrten und behandelte darauf aufbauend die Grundlagen von Planung und Finanzierung durch die Zentralstelle für die Förderung von Gedenkstättenfahrten.

Was haben wir gemacht?

Am ersten Tag wurde die Gruppe durch Zoe Stupp, Emilia Simon (IBB gGmbH) und Patrick Arnold (LAG Fanprojekte NRW) begrüßt und lernte sich kennen. Den thematischen Einstieg läutete Peter Römer (Villa ten Hompel Münster) ein. Er diskutierte mit den Teilnehmenden, welche Erinnerungsarbeit eine Gedenkstätte im Kontext Fußball beziehungsweise mit Fußballfans machen möchte und wo Schnittstellen dieser verschiedener Interessen liegen. Besonders spannend gestalteten sich dabei die Gespräche zur Freiwilligkeit der Teilnahme und zu persönlichen Motivationen der Fußballfans.

Am zweiten Tag starteten die Teilnehmenden vormittags in ihre erste Workshop-Phase: In ihrem Workshop „Mit der Lupe auf dem Platz. Biografische Spurensuche vom Fußballplatz bis zur Gedenkstätte“ erarbeitete die politische Bildnerin Romina Leiding gemeinsam mit den Teilnehmenden biografische Ansätze für Gedenkstättenfahrten und stellte darüber hinaus den Ansatz der Holocaust Education vor. Im parallelen Workshop „NS-Zwangsarbeitslager auf Fußballplätzen“ beschäftigten sich die Teilnehmenden gemeinsam mit Melanie Helming und Julian Krings (Gedenkstätte Augustaschacht Osnabrück) zunächst mit NS-Zwangsarbeit im Allgmeinen, stellten dann Zusammenhänge zum Fußball her und arbeiteten mit konkreten Materialien und Quellen, die im Rahmen des Projekts „Von einem Ort des Jubels zu einem Ort des Unrechts“ zusammengestellt wurden.

In einem sehr persönlichen Vortrag stellte Ruth-Anne Damm die Geschichte und Bildungsarbeit von Zweitzeugen e.V. vor. Sie erzählte wie die Idee Zeitzeuginnen und Zeitzeugen in Israel zu interviewen und ihre Geschichte weiterzutragen zu den heutigen vielfältigen Bildungsangeboten führte, die sich stets aus den persönlichen Interessen und Perspektiven der Teilnehmenden und Zweitzeug*innen speisen.

In der zweiten Workshopphase widmete sich der Paula Scholz (KZ-Gedenkstätte Neuengamme) unter dem Titel „Spurensuche vor Ort – Lokale Bezüge in der historisch-politischen Bildungsarbeit“ der kritischen Betrachtung von Täterbiografien, die in der historischen Bildung im Fußballkontext bislang wenig behandelt werden, für eine multiperspektivische Darstellung aber wichtig sind. Zeitgleich arbeitete Melanie Helming mit ihrer Workshop-Kleingruppe zu Biografien und Lebenswegen diverser Verfolgtengruppen vom Wohnort bis du den Deportationszielen.

Bild von Patrick Arnold (LAG Fanprojekte NRW) und Ruth-Anne Damm (Zweitzeugen e.V.) beim Vortrag zur Bildungsarbeit von Zweitzeugen e.V.

Am dritten Tag führten Zoe Stupp und Emilia Simon (IBB gGmbH) durch die Voraussetzungen für die Förderung des BMFSFJ und das Antragsverfahren und ergänzten wichtige Punkte, die es bei der Planung und Organisation von mehrtägigen Gedenkstättenfahrten zu berücksichtigen gibt. Sie verknüpften die inhaltlichen Fragen aus dem neuen Antragsformular der Zentralstelle mit den Erkenntnissen des Vortages in Bezug auf Multiperspektivität durch die Einbeziehung verschiedener Opfer- und Täterbiografien sowie der Einbeziehung partizipativer Programmelemente für die Teilnehmenden.

Eine Abschlussdiskussion mit Daniel Lörcher (what matters projects gGmbH) zu Potenzialen von Gedenkstättenfahrten und praktischen Erfahrungen aus der Bildungsarbeit mit Fußballfans und Vereinen rundete die Fortbildung ab.

Bild von Daniel Lörcher (what matters projects gGmbH) und Zoe Stupp (IBB gGmbH) beim Abschlussvortrag, im Vordergrund ein Teilnehmer in einem T-Shirt mit bunter Aufschrift: Change is a Team Sport.

“Change is a Team Sport”

Die Fortbildung konnte die Teilnehmenden so inhaltlich und organisatorisch bei der Planung ihrer Gedenkstättenfahrten im Kontext Fußball unterstützen und ihnen darüber hinaus die Möglichkeit zur Vernetzung und zum Erfahrungsaustauschs geben.

Die Veranstaltung war eine Kooperation zwischen IBB gGmbH, LAG Fanprojekte NRW und Zweitzeugen e.V. und wurde gefördert durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und die LAG Fanprojekte NRW.

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Methodenbildung 2023

Online-Fortbildung für Teamerinnen und Teamer für Gedenkstättenfahrten mit Jugendlichen

Vom 6. September bis 11. Oktober 2023 führte die Zentralstelle für die Förderung von Gedenkstättenfahrten in Kooperation mit dem Internationalen Bildungs- und Begegnungswerk e.V. zwei Methodenfortbildungen für Teamerinnen und Teamer, die Gedenkstättenfahrten mit Jugendlichen planen, durch.

Im Mittelpunkt der beiden Fortbildungen standen die Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung einer Gedenkstättenfahrt sowie Grundlagen der historisch-politischen Bildung. Die Teilnehmenden erarbeiteten sich während der Fortbildungen eigene Methodenboxen, die sie in Zukunft für ihre eigenen Gedenkstättenfahrten nutzen können.

Auf der Moodle-Plattform www.bildung-ev-nrw.de wurden den Teilnehmenden Materialien, Medien und Aufgaben zum Selbststudium zur Verfügung gestellt. Eine Aufgabe bestand darin, einen kleinen Erinnerungsort am eigenen Wohnort zu recherchieren und diesen im Anschluss durch einen thematischen roten Faden mit einer größeren NS-Gedenkstätte zu verknüpfen. Auf Basis dieser zwei Orte stellten die Teilnehmenden erste Überlegungen für ein eigenes Programm einer Gedenkstättenfahr an und probierten im Anschluss kreative Methoden zur Arbeit vor Ort aus.

Durch die Nutzung des Videokonferenzdienstes Zoom konnten 21 Personen aus insgesamt acht Bundesländern teilnehmen. Die Teilnehmenden kamen aus unterschiedlichen Bereichen, beispielsweise aus historisch-politischen Bildungsvereinen, der kirchlichen Arbeit, dem Sportbereich sowie aus Schulen. Die diverse Zusammensetzung bereicherte die Fortbildungen, da sich die Teilnehmenden über ihre Erfahrungen aus der Praxis der Bildungsarbeit mit verschiedenen Zielgruppen austauschen und ihre Kenntnisse zu verschiedenen Gedenkstätten in der Runde teilen konnten. 

Die Fortbildung wurde von Jocelyne Jakob vom IBB e.V. und Zoe Stupp aus der Zentralstelle geleitet und vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.

Hier finden Sie die Ankündigung und Ausschreibung zu der Veranstaltung.


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1. Austauschtreffen 2023

Onlineveranstaltung der Zentralstelle für die Förderung von Gedenkstättenfahrten

Am Donnerstag, den 27. April 2023, fand erneut das digitale Austauschtreffen der Zentralstelle für die Förderung von Gedenkstättenfahrten mit 33 Interessierten aus ganz Deutschland statt. Bei dem halbjährlich stattfindenden Treffen tauschen sich Multiplikator*innen von antragstellenden Organisationen aus und können Fragen zur Förderung stellen.

Nach einer Vorstellung bekamen die Teilnehmenden in sogenannten Breakoutrooms, die Möglichkeit sich in Kleingruppen von bis zu sechs Personen zu aktuellen Herausforderungen und ihrer Planung für 2023 und 2024 zu unterhalten.

Aktuelle Herausforderungen

Als zentrales Problem wurden dabei die Preissteigerungen benannt, die zu massiven Problemen bei der Planung und Finanzierung von Gedenkstättenfahrten führen, da die Fördermittel oft nicht genügen und dadurch die Teilnahmebeiträge stark erhöht werden müssen. Die Covid19-bedingten Pause hat außerdem zu Problemen in der Kommunikation mit Lehrkräften, Busunternehmen, Teamenden und Guides in den Gedenkstätten geführt. Weiterhin steht auch die Frage im Vordergrund, wie die außerschulischen Organisationen kooperierende Schulen von Gedenkstättenfahrten an andere Orte als Auschwitz Birkenau überzeugen können. Screenshots der Padlets der Kleingruppen finden Sie hier:

Förderbedingungen

In der zweiten Hälfte der Veranstaltung stellte die Zentralstelle das neue Merkblatt für die Förderung von Gedenkstättenfahrten vor und gab den Teilnehmenden erneut die Möglichkeit zum Austausch in Kleingruppen. Hier gab es Gelegenheit Erfahrungen zur Planung von Fahrten zu wenig erschlossenen Orten, mit neuen Zielgruppen oder zu besonderen Schwerpunktsetzungen zu teilen. Neue Konzepte oder Programme für neue Orte zu erarbeiten, stellt die außerschulischen Organisationen weiterhin vor große Herausforderungen, da kooperierenden Schulen hauptsächlich Fahrten an die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau anfragen. Trotzdem sammelten die Teilnehmenden zahlreiche Ideen für Erinnerungsorte, in die sie gerne in Zukunft Gedenkstättenfahrten organisieren möchten.

Im Anschluss zeigte das Team der Zentralstelle Neuerungen in der Antragstellung auf, die mit einem neuen digitalen Antragsformular, das ab dem 1. Juli 2023 auf der Webseite veröffentlicht wird, abgefragt werden. Zudem wurden noch spezielle Fragen zum Verwendungsnachweis besprochen, insbesondere Anforderungen an Belege. Zum Abschluss hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit, noch offenen Fragen zu stellen und Rückmeldungen zu der Veranstaltung zu geben.

Die Dokumentation der gesamten Veranstaltung finden Sie hier.

Eine PowerPoint Präsentation, die die wichtigsten Fragen zur Förderung zusammenfasst, finden Sie hier.

Das Team der Zentralstelle bedankt sich bei allen Teilnehmenden für den konstruktiven Austausch.

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Fortbildung: Perspektiven der Erinnerung

Perspektiven der Erinnerung – Fortbildung in Danzig und an der Gedenkstätte Stutthof

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Vom 14. bis 20. November 2021 fand unsere Fortbildung “Perspektiven der Erinnerung” in Danzig und an der Gedenkstätte Stutthof statt. Teilgenommen haben 17 Jugendbilderinnen und Jugendbildner und Lehrerinnen und Lehrer aus Nordrhein-Westfalen, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Berlin. Die Fahrt wurde von der Bundeszentrale für politische Bildung gefördert und geleitet durch Emilia Simon von der Zentralstelle und Bartholomäus Fujak vom IBB e.V.

Im Fokus des Programms standen verschiedene Annäherungen an die polnische Perspektive auf den zweiten Weltkrieg. Zoe Stupp von der Zentralstelle hat die Fortbildung bei Twitter begleitet:

1. Programmtag (15.11.): Herzlich Willkommen in Polen!

2. Programmtag (16.11.): Polen im zweiten Weltkrieg

3. Programmtag (17.11.): Die Gedenkstätte durch meine Augen

4. Programmtag (18.11.): Die Gedenkstätte durch andere Augen sehen

5. Programmtag (19.11.): Spurensuche an unerschlossenen Orten der Erinnerung

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