2. Austauschtreffen 2026 – Bericht
Zweites digitales Austauschtreffen der Zentralstelle für die Förderung von Gedenkstättenfahrten 2026
Am 23. September 2026 organisierte die Zentralstelle für die Förderung von Gedenkstättenfahrten das zweite digitale Austauschtreffen des Jahres 2026. Von 10 bis 14 Uhr kamen Vertreter*innen verschiedener Träger und Einrichtungen zusammen, um sich über die Planung von Gedenkstättenfahrten für 2027, aktuelle Herausforderungen, die Beteiligung von Jugendlichen sowie Neuerungen im Förderverfahren auszutauschen.
Planung 2027 und aktuelle Herausforderungen
Zu Beginn stand die Planung für das Jahr 2027 im Mittelpunkt. In Kleingruppen tauschten sich die Teilnehmenden darüber aus, wo sie aktuell in der Planung stehen, welche Herausforderungen sie beschäftigen und welche Unterstützung sie von der Zentralstelle benötigen.
Dabei wurden insbesondere Finanzierung, Organisation und Planung, Kooperation, die Beteiligung von Jugendlichen, der Umgang mit Konflikten und Rechtsextremismus sowie die nachhaltige Wirkung von Gedenkstättenfahrten als wichtige Themenfelder herausgearbeitet.
Eine zentrale Frage war, wie Gedenkstättenfahrten trotz steigender Kosten und unsicherer Förderbedingungen für Jugendliche finanzierbar bleiben können. Auch die frühzeitige Organisation von Fahrten, die Zusammenarbeit verschiedener Akteur*innen sowie der pädagogische Umgang mit schwierigen Situationen und die nachhaltige Bildungswirkung der Fahrten waren Thema.
Jugendliche einbinden – Code of Conduct
Der zweite Schwerpunkt widmete sich der Frage, wie Jugendliche an der Entwicklung eines gemeinsamen Code of Conduct für Gedenkstättenfahrten beteiligt werden können.
Im Mittelpunkt stand die Unterscheidung zwischen verbindlichen Vorgaben und Bereichen, die gemeinsam mit Jugendlichen gestaltet werden können. Klare Grenzen gelten beispielsweise bei Sicherheit, dem Schutz vor Gewalt und Diskriminierung sowie bei Vorgaben der jeweiligen Gedenkstätte.
Gemeinsam gestaltet werden können dagegen unter anderem Fragen des Umgangs miteinander, des Umgangs mit Emotionen, des Fotografierens und der Mediennutzung sowie der Umgang mit kontroversen und schwierigen Themen.
Die Teilnehmenden diskutierten, welche Themen mit Jugendlichen besprochen werden sollten, wo Beteiligung tatsächlich möglich ist und wie Gesprächsimpulse gestaltet werden können, damit Jugendliche nicht nur Regeln übernehmen, sondern deren Sinn gemeinsam reflektieren.
Neuerungen im Förderverfahren 2027
Im dritten Teil informierte die Zentralstelle über Änderungen und aktuelle Förderbedingungen für 2027.
Für die Antragstellung steht ein neues Antragsformular zur Verfügung. Wichtig ist die Ergänzung zum vorzeitigen Maßnahmebeginn: Dieser muss mit einem Vorlauf von zwei Wochen schriftlich und formlos beantragt werden, wenn eine Gedenkstättenfahrt bereits vor dem Förderjahr beginnt. Als Beginn gilt das Datum der ersten Buchung bzw. Zahlung für die Fahrt.
Die Übergangsregelung für Fördervereine gilt künftig nur noch in Baden-Württemberg, Thüringen, Bayern, Rheinland-Pfalz, Niedersachsen, Hessen, Schleswig-Holstein und dem Saarland.
Eine wichtige Änderung gibt es außerdem beim Verwendungsnachweis: Ausgaben für Unterkunft/Verpflegung/Programm und Reisekosten können bei der Abrechnung künftig zusammengefasst werden. Dadurch können Minderausgaben in einem Bereich durch Mehrausgaben im anderen ausgeglichen werden. Honorare bleiben hiervon ausgenommen.
Darüber hinaus steht ein neuer, gekürzter Sachberichtsleitfaden zur Verfügung. Dieser enthält unter anderem neue Fragen zu Vorfällen mit menschenfeindlichen, antisemitischen oder rechtsextremen Aussagen.
Austausch und Ausblick
Das Treffen bot den Teilnehmenden die Möglichkeit, Erfahrungen und Herausforderungen aus der Praxis miteinander zu teilen und gemeinsam Perspektiven für die Weiterentwicklung von Gedenkstättenfahrten zu entwickeln.
Die Präsentation und alle Ergebnisse aus den Arbeitsgruppen stehen zum Download zur Verfügung.
Die Zentralstelle bedankt sich bei allen Teilnehmenden für den offenen Austausch und die eingebrachten Erfahrungen und freut sich auf die weitere Zusammenarbeit. Das nächste Austauschtreffen ist für das erste Quartal 2027 geplant.
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